Die Bundesregierung beruft nach Informationen des SPIEGEL einen Sonderbeauftragten für die Impfstoffproduktion in der Coronakrise. Damit will sie die bislang stockende Versorgung des Landes mit Vakzinen beschleunigen. Der neue Beauftragte soll vor allem Ansprechpartner für die Hersteller sein und ihnen dabei helfen, ihre Produktion zu steigern.

Unter anderem soll er dafür sorgen, dass die Unternehmen genügend Rohstoffe bekommen und die Lieferketten nicht ins Stocken geraten. Den neuen Posten wird Christoph Krupp übernehmen, Sprecher des Vorstands der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Von diesem Job wird er für die Dauer der neuen Tätigkeit freigestellt. Sie soll auf einige Monate befristet sein.

Krupp ist langjähriger Vertrauter und Weggefährte von Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD). Zu dessen Zeit als erster Bürgermeister der Hansestadt Hamburg leitete Krupp die dortige Senatskanzlei.

Der Vorschlag, einen Impfstoff-Zaren zu berufen, geht auf Scholz zurück. Vergangene Woche unterbreitete er ihn im Corona-Kabinett und brachte dabei schon Krupp ins Gespräch.

Scholz ist schon länger unzufrieden mit der Versorgung mit Vakzinen in den Impfzentren. Krupp soll seinen neuen Job möglichst schon zum 1. März antreten. Er wird dabei Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) unterstellt sein.

Die Produktion von Impfstoffen stockte in den vergangenen Wochen immer wieder, weil Engpässe bei wichtigen Zutaten auftraten oder Produktionsverfahren umgestellt wurden. Die Folge waren Lieferverzögerungen bei den Anbietern. Sie konnten ihren Verpflichtungen nicht im zugesagten Umfang nachkommen.

Krupp soll den Unternehmen künftig dabei behilflich sein, die Mängel mit Unterstützung des Bundes zu beseitigen. Zugleich soll er sich darum kümmern, wie mit staatlicher Hilfe die Kapazitäten für die Herstellung der Impfstoffdosen ausgeweitet werden können.

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