»Polizei und Sicherheitsbehörden sahen Gefährdung«, schrieb Lauterbach weiter. Der Politiker hatte vorher angekündigt, sich »wie alle Mitglieder des Impfzentrums« auch selbst mit dem Vakzin von AstraZeneca impfen zu lassen.

»Da ich weder die großartigen KollegInnen noch den Betrieb des Zentrums gefährden will, nehme ich mich zurück. Es ist allerdings schade, wie stark der Einfluss radikaler Minderheiten auf unser Handeln jetzt wächst«, kritisierte Lauterbach.

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, AstraZeneca nur für unter 65-Jährige einzusetzen, »hat offenkundig dem Impfstoff geschadet, viele sehen ihn unberechtigterweise als Impfstoff zweiter Klasse«, hatte Lauterbach bei der Begründung seines Vorhabens gesagt

Um angesichts der Coronavirus-Mutationen und einer möglichen dritten Welle mit den Impfungen schneller voranzukommen und die älteren Bürger schneller zu schützen, hatte der SPD-Politiker einen ungewöhnlichen Vorschlag gemacht: »Ab dem 14. Tag nach der ersten Dosis von Biontech/Pfizer und Moderna liegt der Schutz bei rund 92 Prozent. Dass der Schutz in den Wochen danach absinkt, ist extrem unwahrscheinlich. Daher könnte man überlegen, die zweite Dosis erst nach sechs oder zwölf Wochen zu setzen.« Dies würde dann viel mehr Menschen der größten Risikogruppen schützen und könnte Tausende Leben in Deutschland retten.

Das Vektor-basierte AstraZeneca-Mittel ist in der EU ein wichtiger Baustein in der Impfstrategie, da es vergleichsweise günstig ist und weniger hohe Anforderungen an Transport und Lagerung stellt als die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Für den Weg hin zu Impfungen in Arztpraxen ist das entscheidend. Es geht um Millionen Dosen, die bald in Deutschland verabreicht werden sollen – etwa an jüngere Menschen mit relevanter Vorerkrankung und für bestimmte Berufsgruppen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko.

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