Der französische Autobauer Renault hat im vergangenen Jahr vor allem wegen tiefroter Zahlen beim japanischen Partner Nissan einen Rekordverlust von acht Milliarden Euro eingefahren. 2019 hatte es noch einen vergleichsweise kleinen Verlust von 141 Millionen Euro gegeben, wie Renault am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris mitteilte. Der Konzernumsatz sank 2020 um 21,7 Prozent auf 43,47 Milliarden Euro.

Der Hersteller steckt seit längerer Zeit in der Krise und wurde zudem von den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie getroffen. Renault hatte bereits den Abbau von weltweit 15.000 Stellen und Kosteneinsparungen von rund drei Milliarden Euro angekündigt. Der Autobauer habe vier Milliarden Euro einer staatlich garantierten Kreditlinie von bis zu fünf Milliarden Euro in Anspruch genommen, hieß es aus dem Unternehmen. Renault ist mit 43,4 Prozent an Nissan beteiligt.

Jetzt richtet die Konzernspitze den Blick nach vorn. In der zweiten Jahreshälfte hätten sich die Verkäufe etwas gefangen, die Gewinnmarge habe sich verbessert, hieß es. Auch dank Preiserhöhungen bei einigen Modellen verdiente der Konzern im dritten und vierten Quartal wieder Geld. Der Umsatz sei zwar weiter zurückgegangen, aber nicht mehr so stark wie zuvor.

Der neue Renault-Chef Luca de Meo will den Autobauer mit einem schärferen Sparkurs und dem Umbau zu einem softwaregetriebenen Technologiekonzern in die Erfolgsspur zurückbringen. Beim Vorhaben, die Fixkosten um zwei Milliarden Euro zu reduzieren, komme Renault besser voran als angenommen, sagte er. Das Ziel könnte schon zum Jahresende erreicht sein. Zugleich stimmte de Meo darauf ein, dass 2021 ein weiteres schwieriges Jahr werden dürfte, nicht zuletzt wegen des Chipmangels, der der Autobranche weltweit derzeit schwer zusetzt. Der Höhepunkt der Chipkrise könnte im zweiten Quartal erreicht werden und die Produktion von 100.000 Autos beeinträchtigen.

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