Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Forscher hatten wohl (leider (mal wieder)) recht. Seit Wochen warnen die Wissenschaftler vor der Ausbreitung neuer Virusmutationen. Sie wissen um die knallharte Logik des Virus. Wird es in seiner Ausbreitung nicht ausreichend eingedämmt, steigen die Fallzahlen exponentiell. Werden Maßnahmen getroffen, die es zügeln, fallen sie ebenso schnell.

Wenn dieser Sturzflug der Zahlen plötzlich in einem Gleitflug übergeht, wie es derzeit scheint, ist das ein Alarmsignal. Noch ist es nicht mehr, denn die Stagnation in den Zahlen des RKI kann auch profane Gründe haben. Fälle, die eigentlich in der Vorwoche hätten gemeldet werden müssen, aber aufgrund des Extremwetters und Verzögerungen in der Meldekette erst in dieser Woche aufschlugen und die Statistik verzerren. Zum Beispiel.

Sollte das Plateau aber in der nächsten Woche fortbestehen, würden sich die Befürchtungen der Wissenschaftler bestätigen. Derzeit verbreiten sich die Virusmutationen in Deutschland mit hoher Geschwindigkeit, laut RKI gehen inzwischen rund zwanzig Prozent aller Fälle auf die britische Variante zurück. Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den neuen Mutationen besagen klar, dass es ansteckender ist als der bisherige Wildtyp des Virus.

Wenn es sich durchsetzt, und davon ist beim Blick in einige Nachbarländer auszugehen, ergibt sich aus der Logik des Virus, dass die derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichen, um das Virus weiterhin einzudämmen. Forscher wissen das schon seit Wochen. Sie modellieren das Infektionsgeschehen mit Mutanten mathematisch nüchtern und befürchten, dass wir am Beginn einer neuen Pandemie stehen.

Alle Diskussionen, die es derzeit über mögliche Lockerungen – etwa zu Ostern – gibt, würden dann sehr schnell verstummen. Stattdessen müssten dann die Einschränkungen nochmals verschärft werden. Und das sind nach wochenlangem Lockdown wahrlich keine schönen Aussichten.

Was auch nicht hilft: Impf-Snobismus

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