Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer kann offenbar bei deutlich höheren Temperaturen gelagert werden als bislang. Entsprechende Daten seien an die US-Medikamentenaufsicht FDA übermittelt worden, teilten das Mainzer Unternehmen und der US-Pharmakonzern am Freitag mit. Die neuen Ergebnisse zeigten die langfristige Stabilität des Wirkstoffs bei Temperaturen zwischen »minus 25 bis minus 15 Grad, Temperaturen, die in pharmazeutischen Tiefkühltruhen und Kühlschränken verbreiteter sind«.

Bislang muss der Biontech-Impfstoff bei Temperaturen zwischen minus 80 und minus 60 Grad gelagert werden – eine Vorgabe, die selbst moderne Krankenhäuser oft nicht einhalten können. Pfi­zer konstruierte deshalb eine ul­tra­kal­te Trans­port­box, in der der Impfstoff bis zu 30 Tage gelagert werden kann.

Nun soll die Lagerung deutlich erleichtert werden. Auf Grundlage der neuen Daten wollen Biontech und Pfizer bei der FDA eine Aktualisierung der bisherigen Notfallzulassung beantragen, durch die der Impfstoff bis zu zwei Wochen bei den höheren Temperaturen gelagert werden könnte. Die Daten werden auch bei der europäischen Arzneimittelaufsicht EMA und anderen Behörden eingereicht.

Biontechs Toppriorität sei ein möglichst sicherer und effektiver Impfstoff gewesen, sagte Unternehmenschef und Co-Gründer Ugur Sahin laut der Mitteilung. Zugleich habe man kontinuierlich Daten zu einer Lagerung bei etwa 20 Grad gesammelt. »Die heute eingereichten Daten könnten die Handhabung unserer Impfstoffe in Apotheken erleichtern und Impfzentren mehr Flexibilität geben.«

Die neuen Vorgaben würden auch die Verwendung des Biontech-Impfstoffs durch Hausärzte in Deutschland erleichtern. Bislang wird dieser auch mit Verweis auf die Lagerungsbedingungen vor allem in Impfzentren verwendet. Mittlerweile befürwortet aber auch Biontech unter bestimmten Voraussetzungen die Verimpfung in Hausarztpraxen.

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