Das Verteidigungsministerium prüft neue und schwerwiegende Vorwürfe gegen den Kommandeur des Eliteverbands »Kommando Spezialkräfte« (KSK). Demnach soll General Markus Kreitmayr seinen Soldaten entgegen den Dienstvorschriften angeboten haben, dass sie zuvor beim Verband entwendete Munition straffrei zurückgeben durften.

Dazu sollen im Frühjahr 2020 sogenannte »Amnestie-Boxen« in der KSK-Kaserne in Calw aufgestellt worden sein.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, dürfte der General nur noch schwer zu halten sein. Bisher galt Kreitymayr als ein Treiber der Reformen des KSK, die Annegret Kramp-Karrenbauer angestoßen hatte.

Die Ministerin hatte im vergangenen Sommer entschieden, dass die zweite Einsatzkompanie des Verbands aufgelöst wurde, da dort rechtsextreme Soldaten lange geduldet worden waren. Seitdem ist das KSK »auf Bewährung«, so die Linie von Kramp-Karrenbauer.

Sammelboxen vor den Kompanie-Gebäuden

Bei den neuen Vorwürfen geht es um die Zeit im Frühjahr 2020. Damals war bei einer internen Überprüfung aufgefallen, dass in den Waffenkammern des KSK Zehntausende Schuss Munition fehlen.