Der Impfstoff von AstraZeneca ist wirksamer, wenn die zweite Dosis drei Monate nach der ersten verabreicht wird – und nicht, wie bisher empfohlen, nach sechs Wochen. Das hat eine Studie bestätigt, die im Fachjournal »The Lancet« publiziert wurde.

Bereits Anfang des Monats hatte AstraZeneca neue Daten zu seinem Impfstoff vorgelegt, die nahegelegt hatten, dass die Wirksamkeit der Vakzine sich durch einen längeren Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung auf um die 80 Prozent erhöht. Die Daten lieferten nicht nur Hinweise zur Verhinderung einer Erkrankung, sondern auch zum Schutz, den der Impfstoff vor Infektionen und damit auch vor der Ausbreitung des Virus bietet.

Die Studie bestätigt nun einige der Ergebnisse von AstraZeneca und der Uni Oxford. Bei den Studienteilnehmern, die beide Dosen geimpft bekommen haben, habe sich eine höhere Wirksamkeit bei denjenigen gezeigt, bei denen der Zeitraum zwischen den Impfungen länger war (12 Wochen): Er lag bei 81 Prozent. Bei denjenigen, bei denen der Zeitraum nur sechs Wochen betrug, lag die Wirksamkeit bei 55 Prozent.

Die Wirksamkeit nach einer Dosis des Impfstoffs liege nach 22 bis 90 Tagen bei 76 Prozent, heißt es in dem Paper. Man habe herausgefunden, dass der Impfschutz innerhalb dieses Zeitraums nicht schwinde.

Die Ergebnisse legen nahe, dass die Impfungen der beiden Dosen mit dem Vektorimpfstoff zeitlich entzerrt werden sollten. Angesichts teilweise hoher Fallzahlen und neuer Virusvarianten setzen viele Länder auf eine Impfstrategie, wonach möglichst viele Menschen zunächst mit einer ersten Dosis einen ersten Schutz erhalten sollen. Aufgrund der Impfstoffknappheit verzögern sich die zweiten Dosen teilweise. Beim AstraZeneca-Impfstoff könnte der längere Zeitraum dazwischen nun sogar erwünscht sein.

Icon: Der Spiegel