Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat gleichmäßige und schnelle Impfungen auf aller Welt zur Hauptaufgabe der westlichen Industrienationen erklärt. »Wenn das Virus nicht global besiegt ist, dann ist keiner von uns sicher«, sagte Merkel in ihrer Rede auf der virtuell stattfindenden Münchner Sicherheitskonferenz. Merkel warb für Unterstützung der internationalen Impfkampagne Covax.

Covax will die Entwicklung, Produktion und gerechte Verteilung von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika für Covid-19 vorantreiben. So soll ärmeren Ländern der Zugang zu Corona-Impfstoffen ermöglicht werden. Bereits nach dem virtuellen G7-Gipfel am Vormittag hatte Merkel bekannt gegeben, dass Deutschland die Initiative mit 1,5 Milliarden Euro unterstützen will. Insgesamt kommen von den sieben führenden Industrienationen der G7 7,5 Milliarden Euro zusammen.

Zuvor hatte Uno-Generalsekretär Antónia Guterres eine globale »Impf-Taskforce« und die Herausgabe von Lizenzen der Impfstoffe gefordert. So weit ging Merkel in ihrer Rede jedoch nicht.

Die Münchner Sicherheitskonferenz gilt als weltweit bedeutendstes Expertentreffen zur Sicherheitspolitik. Normalerweise reisen zu der mehrtägigen Konferenz hunderte Teilnehmer an, darunter zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Außen- und Verteidigungsminister. Dieses Mal findet sie nicht live in München statt, sondern Corona-konform virtuell. Neben Merkel hatten auch US-Präsident Joe Biden, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Uno-Generalsekretär António Guterres Reden gehalten.

»Die USA sind zurück«

Abseits der Corona-Pandemie betonte Merkel auch ein gemeinsames Vorgehen beim Klimaschutz und beim Kampf gegen Terrorismus. »Das Bekenntnis zum Multilateralismus ist richtig und wichtig«, sagte Merkel. Für den neuen US-Präsidenten Biden hatte Merkel lobende Worte übrig. Die USA seien zum Pariser Klimaabkommen zurückgekehrt und wieder zu Atomgesprächen mit Iran bereit. Bidens…