Die meisten Covid-19-Patienten mit einem schweren Verlauf versterben durch Vorerkrankungen und aufgrund ihres hohen Alters an der Virusinfektion. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Mediziner haben dafür im vergangenen Jahr 735 Obduktionen durchgeführt. Davon seien 618 an Covid-19 gestorben. Bei sieben Prozent sei hingegen eine andere Ursache für den Tod verantwortlich.

Insgesamt 88 Prozent der an Covid-19 Verstorbenen hätten mindestens drei bis vier Vorerkrankungen, die große Mehrheit aller Todesopfer waren älter als 76 Jahre. Auch einige Todesfälle mit den neuen Covid-19-Mutationen seien schon obduziert worden, so die UKE-Wissenschaftler. Allerdings seien die Todesursachen dieselben wie bei der herkömmlichen Virus-Variante.

Aber auch eine gute Nachricht hatten die Rechtsmediziner: Die Zahl der Covid-19-Toten durch Lungenembolien ist merklich gesunken. »Unter den ersten hundert Todesfällen im Frühjahr vergangenen Jahres starben noch über die Hälfte an Lungenembolien«, so Rechtsmediziner Benjamin Ondruschka auf Nachfrage des SPIEGEL. Mittlerweile sei die Zahl merklich zurückgegangen.

Die Überlebenschancen für schwer kranke Covid-19-Patienten könnten durch Gerinnungshemmer erhöht werden. Das bestätige auch die Obduktion der über 600 Fälle, so Ondruschka. Die Gerinnungshemmer – oder auch Blutverdünner genannt – verringern Thrombosen und Lungenembolien. Wie die Untersuchung der Verstorbenen zeige, sei die Lebenszeit durch die Blutverdünner verlängert worden, dennoch konnten die Patienten nicht immer gerettet werden.

Bereits im Mai hatten die Forscher am UKE davor gewarnt, dass die Blutgerinnung durch Sars-CoV-2 häufig extrem aus dem Gleichgewicht gerät. Bei vielen Covid-19-Kranken verklumpe das Blut, hieß es damals.

Auch die deutsche Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung empfahl damals, jeden im Krankenhaus behandelten Patienten, sofern nichts…