Der VW-Konzern muss erneut Kritik wegen eines umstrittenen Werbeauftritts im Internet einstecken. Einige Nutzer sozialer Netzwerke missbilligten, dass Anzeigen des Unternehmens auf dem rechtskonservativen US-Nachrichtenportal »Breitbart« erschienen sind. Im Netz kursierten Screenshots, die ein grünes Exemplar des neuen E-Modells ID.3 in einer Mittelspalte der »Breitbart«-Seite zeigten. Zunächst hat der Branchendienst »Werben & Verkaufen« darüber berichtet.

VW erklärte nun: »Wir bedauern, dass es zu dieser Ausspielung kam. Volkswagen distanziert sich eindeutig von jedem extremistischen Gedankengut.« »Es ist uns äußerst wichtig, dass keine Anzeigen in extremistischen, diskriminierenden und die Menschenwürde verletzenden Publikationen geschaltet werden«, sagte eine VW-Sprecherin. »Deswegen führen wir aktiv eine Liste von Publikationen, auf denen Werbeanzeigen nicht ausgespielt werden dürfen und entsprechend blockiert werden.« Die »Breitbart«-Seite finde sich unter den Einträgen. »Wir sind dabei aufzuklären, wie diese Werbung trotz unserer klaren Vorgaben auf der Seite erscheinen konnte.«

Der Autobauer hatte im vergangenen Jahr durch ein als rassistisch empfundenes Werbevideos für den neuen Golf 8 bei Instagram einen Shitstorm ausgelöst. Ein schwarzer Mann war darin von einer weißen Hand herumgeschubst worden. VW entschuldigte sich relativ spät und überprüfte die Prozesse, die zur Beauftragung der zuständigen Agentur geführt hatten. Kontrollpannen wurden eingeräumt – Rechtsvorständin Hiltrud Werner sprach von »fehlender Sensibilität und prozessualen Fehlern«. Interne Prüfungen hätten aber keine Hinweise auf Vorsatz und Absicht oder auch gezielte rassistische Anspielungen ergeben.

Nach der Aufarbeitung der Vorgänge um den Instagram-Clip erklärte der damalige VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann, er werde dafür sorgen, dass es Ethikschulungen gibt und ein »Diversity Board« aufgebaut wird. Letzteres soll klare Freigabe-Standards zwischen…