Das US-Justizministeriums hat gegen drei Computerprogrammierer des nordkoreanischen Geheimdienstes Anklage wegen „zerstörerischer Cyberangriffe“ erhoben. Die Verdächtigen hätten versucht, Kryptowährungen sowie reale Währungen im Wert von insgesamt 1,3 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) von Banken und Unternehmen weltweit zu stehlen oder zu erpressen. Außerdem sollen sie virtuelle Systeme entwickelt haben, um Sanktionen gegen Nordkorea zu umgehen.

Ziel der Angriffe sei gewesen, Geld für die Finanzierung des Regimes in Pjöngjang zu erbeuten oder Rache zu üben, erklärten die Ermittler. So werden die Verdächtigen unter anderem für mehrere Angriffe auf die Entertainment-Branche verantwortlich gemacht. Prominentestes Beispiel ist die Attacke auf das Filmstudio Sony Pictures, die im November 2014 für Wochen das gesamte Computernetz des Filmstudios lahmlegte. Der Cyberangriff galt als Racheaktion für die Filmsatire „The Interview“ über einen fiktiven Anschlag auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

Wenn es um seinen Personenkult geht, versteht Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un keinen Spaß

Die drei Agenten steuerten ihre Angriffe nach US-Angaben von Standorten in Nordkorea, Russland und China. Gegen einen der drei Geheimdienstmitarbeiter, Park Jin Hyok, hatte die US-Justiz bereits 2018 wegen des Hackerangriffs auf Sony Pictures Anklage vor einem Bundesgericht in Los Angeles erhoben. 

Über mehrere Jahre hinweg sollen die Verdächtigen zudem versucht haben, Geld von Banken unter anderem in Vietnam, Bangladesch, Malta und Mexiko zu erbeuten.

Tausende Hacker zur Geldbeschaffung im Einsatz 

Nordkorea hat nach Erkenntnissen der Geheimdienste Tausende Hacker im Einsatz, um sich weltweit in Institutionen und Unternehmen oder bei Wissenschaftlern in Südkorea einzuklinken. Die Cyberprofis sollen wegen der gegen das kommunistische Land verhängten internationalen Sanktionen neue Einkünfte erschließen. Staatschef Kim ließ bei Militärparaden im Oktober und Januar neue…