Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Unilever erfolgreich wegen einer überdimensionierten Verpackung für Waschmittel abgemahnt. Das Produkt »OMO Intensive Leuchtkraft / Variante XXXL – 100 Wäschen«, dessen Karton nur etwa zur Hälfte mit Inhalt gefüllt ist, darf in dieser Form nicht mehr verkauft werden.

Rund 45 Zentimeter hoch ist der stabile Karton, der sieben Kilogramm Waschpulver der Marke OMO beinhaltet. Doch oberhalb von etwa 25 Zentimetern befindet sich ausschließlich Luft in dem Pappbehälter, wenn Verbraucher das Waschmittel im Supermarkt kaufen. »Wer den Deckel zu Hause öffnet, ärgert sich. XXXL ist höchstens der Luftanteil und nicht der Inhalt der Packung«, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Weil die Packung aus festem Karton ist und es kein Sichtfenster gibt, hätten Konsumenten keine Möglichkeit, die Füllhöhe des Produkts vor dem Kauf zu erkennen.

Waschpulver haben miserable Umweltbilanz

Laut Valet gibt es kein Gesetz, das Unternehmen verpflichtet, Verpackungen voll zu befüllen. Das müsse sich dringend ändern. Viele Hersteller würden die laxen und schwammigen Vorgaben zu ihren Gunsten auslegen, anstatt mit gutem Beispiel voranzugehen. »Dass der Waschmittelhersteller lediglich zugesichert hat, die Höhe der OMO-Packung um vier Zentimeter zu verringern, zeigt einmal mehr, wie überfällig strengere Auflagen seitens des Gesetzgebers sind«, sagt Valet.

Waschpulver in sogenannten Jumbo-Packs enthalten meist unnötige Füllstoffe. Im Vergleich zu Kompaktwaschmitteln müssen sie höher dosiert werden. Das belastet die Gewässer.

Laut Verbraucherzentrale würde die ohnehin problematische Umweltbilanz dieser Waschmittel durch eine Jumbo-Packung mit wenig Inhalt noch verschlechtert. Der unnötige Karton verschwende Ressourcen, und für den Transport überdimensionierter Verpackungen werde mehr Platz und damit in Summe mehr Kraftstoff benötigt.

Icon: Der Spiegel