Mindestens 37 Menschen sind im US-Bundesstaat Texas infolge eines unerwartet heftigen Wintereinbruchs ums Leben gekommen, nach schweren Stürmen sind Hunderttausende Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. In solch einer Lage könnten sich die örtlichen Politiker als Krisenmanager bewähren. Der republikanischen Senator Ted Cruz hatte offenbar andere Pläne.

Der Spitzenpolitiker reiste laut übereinstimmenden Berichten – etwa von CNN, der Nachrichtenagentur AP und Fox News – für einen Urlaub ins mexikanische Cancún. Cruz selbst äußerte sich zunächst nicht zu der Reise, reagierte nicht auf zahlreiche Medienanfragen. Seine Amtszeit als Senator läuft Anfang 2025 aus, der Republikaner wird jedoch als möglicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl im Jahr 2024 gehandelt.

Zuvor waren in den sozialen Medien verschiedene Fotos aufgetaucht, die Cruz und seine Familie erst an einem Flughafen und dann an Bord einer Maschine in die mexikanische Touristenstadt zeigen sollen. Die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar aus Minnesota kritisierte Cruz‘ Verhalten auf Twitter. »Während es Millionen Menschen in Texas an Strom, Wärme und Essen fehlt, fliegt Ted Cruz nach Cancun«, schrieb Omar. Mit dieser Lesart war sie nicht allein.

Cruz hatte sich in den vergangenen Jahren als entschiedener Unterstützer Donald Trumps präsentiert. Nachdem sich Teile der Partei von Trumps Erbe distanzieren, dürfte Cruz‘ Reise nach Mexiko ihn weitere Sympathien kosten. US-Medien mutmaßen, er befinde sich angesichts der verheerenden Reaktionen auf der Rückreise. Die Demokraten in Texas forderten bereits seinen Rücktritt.

Extreme Kälte und heftige Schneefälle hatten in weiten Teilen der USA zuletzt zu historisch niedrigen Temperaturen geführt. Allein in Texas waren zeitweise knapp mehr als 4,4 Millionen Menschen ohne Strom – in etlichen Häusern und Wohnungen fiel somit die zumeist elektrische Heizung aus.

Wasserleitungen barsten, viele Menschen mussten Schnee schmelzen und abkochen,…