Knapp 750.000 weniger: Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland war im vierten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozent niedriger (saisonbereinigt). Damit gab es in Deutschland zwischen Oktober und Dezember 44,8 Millionen Erwerbstätige, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Der saisonbereinigte Anstieg der Erwerbstätigen zum dritten Quartal 2020 sei zudem schwach ausgefallen (plus 21.000).

Vergleicht man dagegen das dritte und vierte Quartal 2020, gab es einen leichten Anstieg um 0,3 Prozent (145.000 Beschäftigte). Ein Anstieg sei am Jahresende üblich. »Im Zuge der Corona-Pandemie fällt der Zuwachs jedoch deutlich schwächer aus als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre«, hieß es. Dieser liege bei 225.000 oder 0,5 Prozent.

Vor allem Arbeitnehmer betroffen

Der Rückgang der Erwerbstätigkeit zum Vorjahreszeitraum gehe vor allem auf die sinkende Zahl von Arbeitnehmern zurück, die um 553.000 auf 40,9 Millionen Personen sank. Insbesondere geringfügig entlohnte und kurzfristig beschäftigte Menschen, aber auch sozialversicherungspflichtig Beschäftigte verloren in der Pandemie ihren Job. Zudem sank die Zahl der in der Coronakrise stark getroffenen Selbstständigen kräftig.

In der Dienstleistungsbranche gab es deutliche Beschäftigungsverluste, allen voran im Handel, Verkehr und Gastgewerbe, in der Zeit- und Leiharbeit sowie in der Finanzbranche. Im Bereich öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit wurden dagegen Zuwächse verzeichnet. Im produzierenden Gewerbe setzte sich der Rückgang der Erwerbstätigkeit fort, während am Bau mehr Menschen arbeiteten.

Schon im zweiten und dritten Quartal hatte die Pandemie Spuren hinterlassen – die Zahl der Erwerbstätigen war um 1,4 bzw. 1,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum gesunken. Kurzarbeiter werden aber als Erwerbstätige gezählt, betonten die Wiesbadener Statistiker.

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