Die Bilder von Pablo Haséls Festnahme gingen um die Welt: Sie zeigen den Rapper mit finsterer Miene und gereckter Faust, wie er – umgeben von martialisch bewaffneten Polizisten – dem „faschistischen Staat“ den Tod wünscht. Danach uferten die Proteste gegen die Verhaftung in Krawalle aus: Brennende Mülltonnen, eingeschlagene Fensterscheiben, herausgerissene Feuerlöschschläuche – all das ist noch drei Tage später im Netz zu sehen.Empörte Unterstützer gingen zu Tausenden auf die Straßen und forderten die Freilassung Haséls. Gleich in mehreren Städten Spaniens kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei, auch letzte Nacht wieder. Es habe Dutzende Verletzte gegeben, mindestens 42 Menschen seien festgenommen worden, meldet die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Behörden.

Der Rapper Pablo Hasél bei der Festnahme

Der 33-jährige Katalane Pablo Hasél, so scheint es, ist zur Symbolfigur geworden – in einem Streit um Meinungsfreiheit. Die Grenze zwischen erlaubter Kritik und strafbarer Beleidigung: Sie ist ein schmaler Grat, wie die Texte des Rappers zeigen: „Hey, Tyrann“, lautet die Botschaft an den amtierenden spanischen König in seinem Song „Ni Felipe VI“. Und weiter: „Wir sind die Wut, die nach Revolution strebt. Du wirst uns nicht betäuben.“

Star der spanischen Rapperszene

Worte voller Wut und Zorn sind allgegenwärtig in Haséls Songtexten und Tweets, die Sprache ist hart. Er spickt sie mit Gewaltdrohungen und Schwarz-Weiß-Bildern. Er reitet Angriffe auf Monarchie und Staatsgewalt. Und er nimmt alles – aus linker Sicht – Böse aufs Korn: soziale Ungleichheit, den Kapitalismus, die USA. In der spanischen Rapper-Szene hat ihn seine Radikalität zum Star gemacht.

Für seine Unterstützer ist Hasél schon jetzt eine Ikone in Sachen Meinungsfreiheit. Für „ungerecht und unverhältnismäßig“ hält Amnesty International Haséls Verurteilung. Und erinnerte an den mallorquinischen Musiker Josep Miquel Arenas, Künstlername…