Seiko Hashimoto soll frischen Wind ins Organisationskomitee der Sommerspiele in Tokio bringen. Das sollte garantiert sein, allein schon deshalb, weil sie eine Frau ist – und, vom Alter her, die Tochter ihres Vorgängers Yoshiro Mori sein könnte: Hashimoto ist 56 Jahre alt. Mori, der wegen seiner frauenfeindlichen Aussagen den Hut als OK-Chef nehmen musste, zählt 83 Lenze. 

Schon am Tag von Moris Rücktritt war die bisherige Olympiaministerin Hashimoto als aussichtsreichste Kandidatin für die Nachfolge genannt worden, und das nicht ohne Grund. Sie erfüllte fast perfekt alle Kriterien, die das Organisationskomitee (OK) formuliert hatte. Die Person an der Spitze des OKs sollte zum einen internationales Profil besitzen und über profundes Wissen zu Olympischen und Paralympischen Spielen verfügen, zum anderen ein „tiefes Verständnis“ von Geschlechtergerechtigkeit. „Ich denke, es wird für Tokio 2020 wichtig sein, Gleichberechtigung zu praktizieren“, sagte die neue OK-Chefin, zwischen zwei Männern sitzend. 

Sieben Olympia-Teilnahmen

Olympia wurde Hashimoto quasi in die Wiege gelegt. Sie wurde fünf Tage vor Beginn der Sommerspiele 1964 in Tokio geboren. Ihre Eltern gaben ihr deshalb den Vornamen Seiko – in Anlehnung an Seika, das japanische Wort für Olympische Flamme. Hashimoto erfüllte dieses „olympische Versprechen“: Als Athletin nahm sie in gleich zwei Sportarten an insgesamt sieben Olympischen Spielen teil: viermal als Eisschnellläuferin an Winterspielen (1984, 1988, 1992 und 1994), dreimal als Bahnradfahrerin an Sommerspielen (1988, 1992 und 1996).

Seiko Hashimoto lief 1992 in Albertville zur Bronzemedaille

Ihr größter Erfolg war der Gewinn der Bronzemedaille im Rennen über 1500 Meter bei den Winterspielen 1992 in Albertville in Frankreich. Bei Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften gewann sie einmal Silber und zweimal Bronze.

Dreimal Chefin des japanischen Olympiateams

Ihre große internationale Erfahrung brachte sie auch nach dem Ende ihrer sportlichen Karriere…