Wann endet der Einsatz der Nato in Afghanistan? Das Militärbündnis hat die Entscheidung darüber vertagt. Man habe keinen endgültigen Beschluss gefasst, teilte Generalsekretär Jens Stoltenberg nach Beratungen mit den Verteidigungsministern der 30 Nato-Staaten mit.

Die rund 10.000 Soldaten aus Nato-Ländern und Partnernationen werden damit vorerst in dem Land bleiben, um die demokratisch gewählte Regierung durch die Ausbildung und Beratung von Sicherheitskräften zu unterstützen. Unter ihnen sind auch rund 1100 Bundeswehrsoldaten.

Bundeswehrmandat endet bald

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, den Bundeswehreinsatz zu verlängern. Die Truppe ist bereits seit rund 19 Jahren in Afghanistan, Ende März läuft das Mandat für den Einsatz aus.

Ein längerer Aufenthalt in Afghanistan könnte die Gefahr für Angriffe auf die internationalen Einheiten allerdings deutlich erhöhen. Den militant-islamistischen Taliban war von den USA über das sogenannte Doha-Abkommen ein Abzug aller ausländischen Soldaten bis Ende April in Aussicht gestellt worden, um sie zu Friedensgesprächen und einer signifikanten Reduzierung der Gewalt in dem Land zu bewegen. Weil der 1. Mai näherrückt, werde man in den kommenden Wochen weiter beraten, teilte Stoltenberg mit.

Für den Fall, dass die Truppen nicht abgezogen werden, hatten die Taliban zusätzliche Gewalt angedroht. Jeder, der eine »Verlängerung der Kriege und der Besatzung« anstrebe, werde dafür haftbar gemacht werden, hieß es. Bereits Anfang Februar hatten die Taliban gedroht, eine Aufkündigung des Doha-Abkommens werde »zu einem großen Krieg führen«.

Zuletzt hatte es in Afghanistan bereits vermehrt Anschläge und Attentate gegeben. Ziel waren dabei meist afghanische Truppen. Die Taliban konkurrieren mit der afghanischen Regierung um die Macht im Land.

Nato-Einsatz im Irak wird ausgebaut

Dagegen gab es zu einer anderen Nato-Mission eine Entscheidung: Das Kontingent der Truppen im Irak soll nach…