Elf Minuten können furchtbar lang sein. Am Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena weiß man das sehr gut. So lange dauert es in etwa, bis Funksignale vom Mars die Erde erreichen. Und jedes Mal, wenn die US-Weltraumbehörde Nasa versucht, einen Roboter auf dem Roten Planeten abzusetzen, müssen sich die Frauen und Männer im Kontrollraum in Geduld üben. Sie essen dann traditionell Erdnüsse in rauen Mengen, das soll Glück bringen.

Am Donnerstagabend ist es wieder so weit. Nach einer rund 480 Millionen Kilometer langen Reise soll dann die Nasa-Sonde »Perseverance« auf dem Mars landen. Besonders dramatisch sind die letzten sieben Minuten, wenn Geschwindigkeiten von bis zu 20.000 Kilometern pro Stunde und Temperaturen von bis zu 1300 Grad Celsius erreicht werden. Eingreifen können die Expertinnen und Experten am Boden dann nicht. Das Fluggerät muss wegen der Verzögerung der Funksignale alle Manöver eigenständig vornehmen. Und weil die Sonde in einem flugtechnisch anspruchsvollen Zielgebiet voller Klippen, Krater und Felsbrocken niedergehen soll, muss sie sogar eigenständig Ausweichmanöver fliegen, um eine Bruchlandung zu verhindern.