Wrangelinsel, Arktischer Ozean/Russland
Hier wird gerade ein wissenschaftlicher Rekord ausgegraben, auch wenn die Forscher es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Forscher der Universität Stockholm haben im sibirischen Permafrost Zähne von Mammuts gefunden. Eine Sensation: Denn in diesem Zahn stecken die ältesten DNA-Spuren weltweit.
Insgesamt haben die Forscher drei Funde entdeckt – den ältesten schätzen sie auf mehr als eine Million Jahre.

Love Dalén, Zentrum für Paläogenetik Stockholm
»Diese DNA ist unglaublich alt. Die Proben sind eintausendmal älter als Überreste von Wikingern und gehen in die Zeit vor den Menschen und Neandertalern zurück.«

Die bisherigen Erkenntnisse über Steppen-Mammuts werden mit diesen Funden neu überdacht. Das Team der Paläogenetiker untersuchte Backenzähne von drei Tiere, und sequenzierte darin enthaltene prähistorische DNA. Beim Vergleich der genetischen Daten mit anderer Mammut- und Elefanten-DNA stellten sie fest, dass sich das Erbgut eines der Zähne deutlich von den Genomen anderer Mammuts unterscheidet.

Love Dalén, Zentrum für Paläogenetik Stockholm
»Das hat uns völlig überrascht. Alles, was wir bislang über die Evolution von Mammuts wussten, war, dass es zu diesem Zeitpunkt in Sibirien nur eine Mammutart gab.«

Das Erbgut des jüngsten Zahns, genannt Krestovka, weist darauf hin, dass es sich um eine bislang unbekannte genetische Linie handelt – eine weitere sibirische Abstammungslinie.

Love Dalén, Zentrum für Paläogenetik Stockholm

»Uralte DNA zu untersuchen ist ein bisschen wie eine Zeitreise. Wir können tatsächlich genetische Veränderungen messen und quasi in Echtzeit beobachten. Damit reisen wir eine Million Jahre zurück in der Zeit. Wir können die Evolution beobachten. Und das ist sehr spannend.«

Da der Permafrostboden in Sibirien teilweise auftaut, werden immer wieder Überreste von heute ausgestorbenen Tieren gefunden. Die Forscher vermuten, dass hier sogar noch ältere DNA-Spuren schlummern.