Die gute Nachricht zuerst: Serena Williams tritt nicht ab. Sie kann die Tennisbühne gar nicht verlassen, so wichtig ist die 39-Jährige für die WTA (Women’s Tennis Association) und für alle großen Turnierveranstalter dieser Welt. Wenn Serena spielt, sind die Einschaltquoten hoch, die Aufmerksamkeit ist groß. Spektakel! Showtime! Großes Kino!

Doch nun die schlechte Nachricht: Serena Willams kann nicht abtreten. Die Spielerin, die in Melbourne mit dem Schriftzug „Queen“ an der Halskette auftrat, hat den idealen Zeitpunkt versäumt, hat zu lange von ihrem 24. Grand-Slam-Titel geträumt, der ihr nach wie vor fehlt zum historischen Rekord der Australierin Margaret Court. Seit ihrem Erfolg bei den Australian Open 2017 hat sie nicht mehr bei einem der vier wichtigsten Tennisturniere gewonnen.

Stattdessen muss Serena Williams nach Niederlagen immer wieder dabei zusehen und -hören, wie ihr die jüngeren Spielerinnen Tribut zollen. So wie auch nach dem Halbfinal-Aus bei den Australian Open die Japanerin Naomi Osaka wieder.

Tränen in der Pressekonferenz 

Wenig später, als Williams in der Pressekonferenz saß und mit der ihr eigenen Distanziertheit auf die lästigen Fragen der Journalisten antwortete, überkam es sie aber doch. Darauf angesprochen, ob dies möglicherweise ihr Abschied in Melbourne gewesen sei, entgegnete sie noch gefasst und lächelnd: „Ich weiß es nicht … Wenn ich mich irgendwann mal verabschiede, würde ich es keinem verraten. Also…“

Dann kam die nächste, eher unverfängliche Frage, ob sie vielleicht einfach einen schlechten Tag gehabt habe (“ … it was just one of these bad days in the office …“)? Und dann brach Williams die Pressekonferenz in Tränen ab. Spektakel! Drama!

Let me entertain you!

Der offiziellen Seite der WTA zufolge hat die US-Amerikanerin in ihrer Karriere 93 Millionen US-Dollar an Preisgeldern eingenommen. Das dürfte nur ein Bruchteil ihres Umsatzes über all die Jahre gewesen sein, seit sie 1995 im Alter von 14 Jahren…