Hacker haben in Myanmar mehrere Websites der Militärjunta angegriffen. Die Aktion einer Gruppe mit dem Namen „Myanmar-Hacker“ führten am Donnerstag unter anderem zu Störungen auf den Seiten der Zentralbank, der PR-Abteilung der Armee, der Regulierungsbehörde für Nahrungsmittel und Medikamente sowie des staatlichen Senders MRTV.

„Wir kämpfen für Gerechtigkeit in Myanmar“, erklärte die Gruppierung auf ihrer Seite im Online-Netzwerk Facebook. Sie bezeichnete die Cyberangriffe als eine Art „Massenprotest vor den Websites der Regierung“ – parallel zu den Massenprotesten in Rangun, Mandalay und anderen Städten.

Nach Ansicht des Cybersicherheitsexperten Matt Warren von der RMIT University im australischen Melbourne geht es bei den Attacken vor allem darum, Bekanntheit zu erlangen. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP stufte er die durchgeführten Angriffe als „Hacktivismus“ ein. Mit den Denial-of-Service genannten Dienstblockaden oder dem Verunstalten von Websites werde nur begrenzter Schaden angerichtet. Allerdings könne dadurch in der Gesellschaft das Bewusstsein für herrschende Missstände erhöht werden.

Der Protest auf der Straße wird zu großen Teilen online organisiert

Bereits am Sonntag verbreiteten Twitter-Nutzer eine Botschaft, wonach offenbar Hacker die Internetseite mindestens einer staatstreuen Zeitung gekapert haben. Die so genannte „Bruderschaft der Hacker Myanmars“ unterstützte darin die Forderungen der Demonstrierenden: „Wir wollen Demokratie“ und „Gerechtigkeit für Myanmar“.

Auf der anderen Seite versucht die Militärregierung, die Meinungsbildung im Netz weiter zu unterdrücken. Nach Informationen der in Großbritannien ansässigen Überwachungsorganisation NetBlocks wurde die Internetnutzung in Myanmar bereits die vierte Nacht in Folge stark eingeschränkt. Die Verbindungen seien auf rund 20 Prozent der üblichen Nutzung gesunken, so NetBlocks. Diese Praxis schade der öffentlichen Sicherheit und stifte „Verwirrung, Angst und Verzweiflung“ in…