Schützende Antikörper gegen das Coronavirus sind im Blut von ehemals Infizierten nach einiger Zeit oft nicht nachweisbar. Das zeigen neue Studiendaten des Robert Koch-Instituts (RKI). Das Ergebnis spreche einmal mehr für eine Impfung, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Es sei bei Cororaviren generell nicht untypisch, dass der Antikörperschutz schneller erlösche als bei anderen Viren.

Zwischen 17. November und 5. Dezember 2020 wurden im damals hochbelasteten Bezirk Berlin-Mitte die Daten von 2287 Menschen erhoben und ausgewertet, die als repräsentative Zufallsstichprobe gelten. Sie mussten in einem Fragebogen angeben, ob sie zuvor positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden, einen Rachenabstrich machen und ihnen wurde Blut abgenommen.

Nicht nur Antikörper tragen zur Immunität bei

Bei rund der Hälfte (48 Prozent) der Erwachsenen, die nach eigenen Angaben vor dem Studienstart positiv getestet wurden, waren keine sogenannten neutralisierenden Antikörper nachweisbar. Das bedeute jedoch nicht zwangsläufig, dass bei ihnen keine Immunität bestehe, teilten das RKI und das Bezirksamt Mitte am Mittwoch mit. Denn es gibt noch andere Schutzmechanismen des Körpers, wie etwa Gedächtnis-T-Zellen.

Das RKI wollte mit der Studie auch Erkenntnisse zur Dunkelziffer von Infektionen sammeln. Im Ergebnis wurden während der Untersuchung 21 akute Sars-CoV-2-Infektionen nachgewiesen. Das entsprach rund einem Prozent aller Studienteilnehmer. Die Zahl belegt für die Autoren eine leichte Untererfassung der Ansteckungen zu diesem Zeitpunkt: Durch die Studie seien 2,2-mal mehr akute Infektionen nachgewiesen worden als die offiziellen Meldezahlen damals anzeigten. Bei dem diffusen Ausbruchsgeschehen, wie es damals in Berlin-Mitte geherrscht habe, sei dieser Wert einer möglichen Dunkelziffer jedoch nicht hoch.

Antikörper als Nachweis einer durchgemachten Infektion konnten generell bei 4,4 Prozent der Teilnehmer entdeckt werden, neutralisierende Antikörper gegen Sars-CoV-2 wurden jedoch nur bei 2,4…