Der Anti-Covid-19-Wirkstoff des deutsch-amerikanischen Konsortiums Biontech/Pfizer genießt unter den impfwilligen Deutschen das höchste Vertrauen: Über 80 Prozent wollen sich laut einer aktuellen SPIEGEL-Umfrage von dieser Woche am liebsten mit diesem Impfstoff gegen Covid-19 immunisieren lassen.

Die ebenfalls in der EU zugelassenen Impfstoffe von AstraZeneca und Moderna schnitten dagegen extrem schlecht ab: Nur rund drei Prozent wollen den schwedisch-britischen Wirkstoff und nur etwas über fünf Prozent den US-Impfstoff.

Ging es vor wenigen Wochen noch darum, so schnell wie möglich überhaupt geschützt zu werden, sind die impfwilligen Deutschen nun wählerisch geworden. Rund 70 Prozent gaben an, dass die Marke ein wichtiges Kriterium sei. Nur ein Viertel halten das für nicht so wichtig.

Um den AstraZeneca-Impfstoff gibt es seit Wochen Diskussionen. Der Wirkstoff ist in Deutschland nur für unter 65-Jährige zugelassen. Grund für die schlechte Akzeptanz könnten jüngste Berichte über Nebenwirkungen und eine verringerte Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Impfstoffen sein.

Beim Rettungsdienst in Dortmund musste sich diese Woche rund ein Viertel der Beschäftigten nach der Impfung krankmelden. In mehreren Krankenhäusern in Niedersachsen wurden Impfungen mit der AstraZeneca-Vakzine am Dienstag vorübergehend gestoppt. Bei ungewöhnlich vielen Mitarbeitern hatte es zuvor merkliche Impfreaktionen gegeben.

Mittlerweile versuchen Behörden und Gesundheitspolitiker zu beruhigen: Das Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen erklärte gegenüber dem SPIEGEL: »Der zugelassene Impfstoff von AstraZeneca ist kein Impfstoff zweiter Klasse.« Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kündigte am Dienstag an, er würde sich mit AstraZeneca impfen lassen.

Auch Virologen wie Christian Drosten halten den Impfstoff für zuverlässig: »Die Impfstoffe, die wir haben, die sind extrem gut gegenüber dem, was man erwarten konnte.«

Impf-Trotz: Den Besten oder gar nicht

Trotz der…