Schock für die Aktionäre des Düngemittelherstellers K+S: Die Bafin hegt den Verdacht, dass eine Milliardenabschreibung des Konzerns womöglich zu niedrig ausfiel. Der Kurs der Aktie brach an diesem Vormittag um mehr als vierzehn Prozent ein. Investoren fürchten weitere Abschreibungen und womöglich sogar eine Kapitalerhöhung.

Das Management von K+S geht davon aus, die Anhaltspunkte der Bafin entkräften zu können und hat der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) entsprechende Unterlagen bereitgestellt.

In dem Fall geht es um Abschreibungen von zwei Milliarden Euro in der operativen Einheit »Europa+«, die das Unternehmen am 4. November 2020 bekannt gegeben hatte. Grund hierfür war, dass das Unternehmen langfristig mit niedrigeren Kalipreisen rechnete. Betroffen waren die deutschen Kaliwerke und das neue kanadische Werk Bethune.

Die Bafin bezieht sich auf Anhaltspunkte dafür, dass dieser Vorgang fehlerhaft gewesen und zu spät erfolgt sein könnte. In diesem Zusammenhang habe die Aufsichtsbehörde die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) mit der Prüfung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2019 sowie des verkürzten Abschlusses zum 30. Juni 2020 beauftragt.

Verkauf des Salzgeschäfts bringt 2,5 Milliarden Euro

Die Prüfung sei »sehr negativ« für das Unternehmen, sagte Analyst Sven Diermeier von Independent Research. Sie sei auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Bafin wegen des Wirecard-Skandals besonders sensibilisiert sei.

Konsequenzen könnten nun eine Verschiebung des Jahresabschlusses, weitere Wertberichtigungen sowie eine Kapitalerhöhung zur Stärkung der Bilanz sein. Zuletzt war die Eigenkapitalquote des MDax-Konzerns im dritten Quartal auf gut 26 Prozent eingebrochen.

Frisches Geld sollte dem hoch verschuldeten Unternehmen der im Herbst angekündigte Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts verschaffen. Der Deal mit der Industrieholding Stone Canyon soll im Sommer 2021 abgeschlossen werden und Einnahmen von 2,5 Milliarden Euro…