Der YouTuber »Roaring Kitty«, der mit bürgerlichem Namen Keith Gill heißt, wird in den USA wegen seiner Verwicklung in den Hype der GameStop-Aktie verklagt. Eine Sammelklage wirft Gill vor, Aktiengesetze verletzt und Investoren »riesige Verluste« beschert zu haben, wie aus der in Massachusetts eingereichten Klageschrift mit dem Datum vom Dienstag hervorging.

Eingereicht wurde die Klage von einer Anwaltskanzlei für Sammelklagen. Sie vertritt Personen, die auf Kursverluste der GameStop-Aktien gewettet hatten, durch den Hype aber Geld verloren.

In der Klage wird Gill vorgeworfen, dass er eigentlich ein Experte im Wertpapierhandel sei, der den Markt manipuliert habe, um selbst davon zu profitieren. Der YouTuber habe seine Expertise verheimlicht und in den sozialen Medien Privatanleger zum Kauf von Aktien verleitet. Das habe einen Kurssprung ausgelöst. »Gills betrügerisches und manipulatives Verhalten verletzte nicht nur zahlreiche Branchenvorschriften und -regeln, sondern auch verschiedene Wertpapiergesetze«, hieß es. Er habe die Integrität des Marktes untergraben.

Gill will sich vor dem Kongress wehren

Nach dem sagenhaften Auf und Ab des GameStop-Aktienkurses muss der YouTuber neben Hedgefonds-Managern und Firmenchefs am Donnerstag vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses aussagen. Gill veröffentlichte am Mittwoch eine schriftliche Fassung seiner geplanten Aussage. »Die Vorstellung ist absurd, dass ich soziale Medien genutzt haben könnte, um GameStop-Aktien bei unwissenden Anlegern bekanntzumachen«, schrieb er. »Ich habe hinreichend klargemacht, dass mein Kanal nur zu Bildungszwecken diente und dass mein aggressiver Anlagestil für die meisten Leute wahrscheinlich nicht geeignet war.«

Bei der Anhörung am Donnerstag müssen neben Gill auch der Chef der Handelsplattform Robinhood, Vlad Tenev, sowie die CEOs der Hedgefonds Citadel und Melvin aussagen. Der Ausschuss für Finanzdienstleistungen untersucht, wie vor allem die Aktien der Videospielhandelskette…