Der chinesische Smartphone- und Elektronikhersteller Xiaomi baut sein Geschäft in Deutschland und Europa aus. »Wir werden unsere Europazentrale in Düsseldorf errichten«, sagte Deutschlandchef Alan Chen Li dem »Handelsblatt«. »Wir werden mit mehreren Hundert Mitarbeitern vor Ort sein.«

Xiaomi ist erst vor einem Jahr in Deutschland gestartet. Das Unternehmen aus Pekings Silicon Valley Zhongguancun gilt hierzulande als drittwichtigste Smartphonemarke, hinter Samsung und Apple. Laut dem Marktforscher Canalys kommt Xiaomi auf einen Marktanteil von zehn Prozent. In anderen EU-Staaten wie Spanien, Polen oder Kroatien ist Xiaomi seit längerer Zeit die meistverkaufte Smartphone-Marke.

Tech-Unternehmer Lei galt einst als Sinnbild des chinesischen Kopierwahns. Er ahmte bei seinen Auftritten Apple-Gründer Steve Jobs bis in kleinste Details nach. Inzwischen hat sich sein Unternehmen zu einer eigenständigen, weltweit bekannten Marke entwickelt.

Leis Firma war zuletzt in einen Technologie-Streit zwischen den USA und China geraten. Mitte Januar stufte das US-Verteidigungsministerium Xiaomi als „kommunistisch-chinesische Militärfirma“ ein. Das Ministerium forderte US-Investoren auf, bis spätestens November Anteile an dem Unternehmen abzustoßen. Xiaomi wehrt sich juristisch gegen den Schritt.

Icon: Der Spiegel