Über frauenfeindliche Gewalt gibt es kaum Daten. Das soll sich ändern – zumindest, wenn es nach der SPD geht.

So soll »Gewalt gegen Frauen bzw. die frauenfeindliche Motivation der Täter gesondert in der Polizeilichen Kriminalstatistik« erfasst werden, »um das Ausmaß dieser menschenverachtenden Verbrechen und Vergehen zu erfassen«, sagte ein SPD-Sprecher dem SPIEGEL.

Auch begrüße man »ausdrücklich die Initiative für eine strafrechtlich zu sanktionierende, verhetzende Beleidigung«, wie es das Bundesjustizministerium von Christine Lambrecht (SPD) gerade plant und in Kürze vorlegen will, damit es noch vor der Sommerpause verabschiedet werden kann.

Außerdem brauche es »entsprechende Curricular in der juristischen Aus- und Weiterbildung«, damit Staatsanwaltschaft sowie Richterinnen und Richter geschult würden, um eine »menschenverachtende Motivation des Täters als strafschärfend berücksichtigen« zu können, so der SPD-Sprecher.

Seitdem jüngst der SPIEGEL über die von gewalttätigen Sexisten ausgehende Gefahr berichtete, gibt es eine Debatte zu möglichen Reformen. Denn der Onlinehetze gegen Frauen folgt tausendfach Gewalt im echten Leben, die Behörden aber unterschätzen das Problem – auch, weil sie keine Daten dazu erheben.

Expertinnen hatten deswegen unter anderem gefordert, Frauenfeindlichkeit als eigene Ermittlungskategorie einzuführen. Außerdem solle der Strafgesetzbuchparagraf 46 zu strafverschärfenden Motiven um »geschlechtsspezifisch« ergänzt werden.

Der SPIEGEL hatte dazu alle 222 weiblichen Bundestagsabgeordneten gefragt.

64 Abgeordnete aus allen Fraktionen außer der AfD haben Fragen beantwortet.

Drei Viertel von ihnen (73 Prozent), forderten, die Ermittlungskategorie einzuführen.

34 Prozent sprachen sich zudem für eine Ergänzung des Paragrafen 46 aus.

Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), hält eine statistische Erfassung von Straftaten, die aus frauenfeindlichen Motiven begangenen wurden, in der BKA-Statistik »für…