Der US-Flugzeugriese Boeing gerät erneut wegen möglicher Produktionsmängel beim Langstreckenjet 787 »Dreamliner« unter Druck. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA ordnete am Mittwoch Inspektionen von rund 222 Maschinen an, weil die Gefahr von Schäden an sogenannten Dekompressionspaneelen zur Abtrennung des Passagierbereiches bestehe. Der Defekt könnte der Behörde zufolge fatale Folgen haben, etwa wenn Luftfracht Feuer fängt.

Eine Stellungnahme von Boeing lag zunächst nicht vor. Der Airbus-Rivale hat schon länger mit Problemen beim »Dreamliner« zu kämpfen, die die Auslieferungen des wichtigen Modells ausbremsen. Bereits im September vergangenen Jahres hatte es Berichte über Mängel gegeben, wegen akuter Sicherheitsbedenken mussten sogar Maschinen stillgelegt werden:

Die Maschinen wiesen in der hinteren Rumpfsektion mehrere Produktionsfehler gleichzeitig auf. Im schlimmsten Fall drohten offenbar in der Luft Schäden – bei den strukturellen Belastungen eines normalen Flugs.

Wenig später räumte Boeing einen weiteren gravierenden Fehler ein, von dem die Firma sogar schon seit Februar wusste. Bei 893 Exemplaren der 787 kommt es im Bereich der Höhenflosse zu einer vorzeitigen Materialermüdung. Alle betroffenen Maschinen sind offenbar noch jung genug, sodass der Materialfehler zunächst keine sicherheitsrelevanten Auswirkungen haben sollte.

Auch im Jahr zuvor hatte es bereits Schlagzeilen über mögliche Sicherheitsmängel gegeben. Damals hatte ein Mitarbeiter vor womöglich fehlerhaften Bauteilen in Boeing-Maschinen gewarnt. Offenbar wurden von Zulieferern Flugzeugteile wie Mittelrumpf oder Tragflächen geliefert, bei denen gar nicht kontrolliert worden war, ob sie den ursprünglich vereinbarten Qualitätsmaßstäben und Eigenschaften entsprachen.

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