Nach einem heftigen Wintersturm in Teilen der USA müssen Millionen Menschen weiter bei eisigen Temperaturen ohne Strom ausharren. Mindestens 20 Menschen starben an den Folgen der Kälte. Der Ausfall ruft nun ausgerechnet Kritiker der erneuerbaren Energien auf den Plan. Wind und Sonne könnten in extremen Wetterlagen nicht zuverlässig Strom liefern.

Texas sei inzwischen »völlig auf Windparks angewiesen«, behauptete Fox-News-Moderator Tucker Carlson.

Texas Commissioner für Landwirtschaft, Sid Miller, schrieb bei Facebook. »Wir sollten keine Windräder mehr in Texas bauen.« Das Experiment mit der Windkraft sei gescheitert.

Auch in einem Beitrag des »Wallstreet Journal« war zu lesen, die Stromversorgung werde mit zunehmender Abhängigkeit von Wind und Sonne unzuverlässiger, weil diese eben nicht sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag Strom liefern könnten.

Die meisten Ausfälle bei Gas, Kohle und Atomkraft

Die Rechnung hat jedoch einen entscheidenden Fehler: Laut dem texanischen Netzbetreiber Ercot gingen fast zwei Drittel der Ausfälle auf die Energieträger Gas, Kohle und Atomkraft zurück. Zwar waren auch Windkrafträder eingefroren, hieß es bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Laut Ercot macht Windenergie aber ohnehin nur ein Viertel der Stromversorgung in Texas aus.

In sozialen Netzwerken wird die Kritik an erneuerbaren Energien weiter angeheizt. Unter anderem kursiert das Bild einer vermeintlich eingefroren texanischen Windkraftanlage, die mittels Hubschrauber enteist wird – angeblich mit giftigen Chemikalien. Das Bild stammt jedoch überhaupt nicht aus Texas, sondern aus Schweden und ist schon jahrealt, berichtet der »Guardian«. Versprüht werden auch keine Chemikalien, sondern heißes Wasser.

Dass es gerade in Texas zu Stromausfällen kommen konnte, ist keine Überraschung. Laut Energiewirtschaftswissenschaftler Ed Hirs von der University of Houston seien vor allem fehlende Investitionen in das texanische Stromnetz ein Problem. Denn anders als die…