Der Militärputsch in Myanmar sorgt weiter für Massenproteste. Zugleich wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation. »Ich befürchte eine weitere Zunahme der Gewalt in Myanmar, in einem größeren Ausmaß als wir es seit der illegalen Machtübernahme am 1. Februar gesehen haben«, sagte der Uno-Sondergesandte für Myanmar, Tom Andrews.

In der Wirtschaftsmetropole Yangon gingen am Mittwoch erneut Tausende auf die Straße. Andrews sagte, er habe Informationen erhalten, wonach Soldaten aus den umliegenden Regionen nach Yangon geschickt worden seien. »In der Vergangenheit gingen derartige Truppenbewegungen Morden, dem Verschwinden von Menschen und Festnahmen in großem Ausmaß voraus«, warnte der Uno-Sondergesandte.

Er habe »Angst« angesichts der parallelen Entwicklungen – den geplanten Massenprotesten und dem Zusammenziehen von Truppen. »Die Militärs könnten noch schwerere Verbrechen gegen die Bevölkerung von Myanmar begehen«, erklärte Andrews.

Militär ließ Panzer aufrollen, Proteste gehen weiter

Seit Tagen trotzen Demonstranten in zahlreichen Städten Myanmars dem massiven Militäraufgebot. In Yangon gab es am Mittwoch die größten Proteste, seitdem die Armee dort Soldaten stationierte und in einer international scharf kritisierten Drohgebärde Panzer aufrollen ließ. Auf den Straßen der Wirtschaftsmetropole errichteten die Demonstranten Blockaden.

»Wir müssen bis zum Ende kämpfen«, sagte die 21-jährige Studentin Nilar der Nachrichtenagentur AFP. »Wir müssen unsere Einigkeit und Stärke demonstrieren, um die Militärherrschaft zu beenden. Die Menschen müssen nach draußen auf die Straßen kommen.«

Auch nahe Shwebo nordwestlich von Mandalay gab es eine Kundgebung mit Tausenden Teilnehmern. In der Großstadt Mandalay selbst fuhren in der Nacht zahlreiche Militärfahrzeuge auf, wie auf Twitter geteilte Fotos zeigten. Dennoch gab es auch dort am Mittwoch Massenproteste. Das Internet war zuvor landesweit die dritte Nacht in Folge gesperrt worden.

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