Deutlich später als in vielen anderen Ländern ist nun auch in Japan mit den ersten Impfungen gegen das Coronavirus begonnen worden. Zunächst sollen 40.000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen das Vakzin des US-Konzerns Pfizer und seines deutschen Partners BioNTech gespritzt bekommen. Unter ihnen sind 20.000 Ärzte und Pfleger, die sich bereiterklärt hatten, an einer Studie über mögliche Nebenwirkungen teilzunehmen.

Weitere 3,7 Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen sollen die Impfung im März erhalten. Von April an sollen dann rund 36 Millionen Bürger an die Reihe kommen, die älter als 65 Jahre sind.

In einer medizinischen Einrichtung in Tokio wird der Impfstoff von Pfizer/BioNTech begutachtet

Als nächstes sind dann Menschen mit Vorerkrankungen sowie Mitarbeiter von Altenheimen dran. Erst danach werden die restlichen der insgesamt 127 Millionen Landesbewohner zum Zuge kommen.

Pendler in Tokio – von Abstand ist hier nicht viel zu sehen

Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga steht wegen ihres Krisenmanagements in der Corona-Pandemie schwer in der Kritik. Die Krankenhäuser sind weiter überlastet, die Zahl der Corona-Toten steigt. Es gibt zudem Befürchtungen, dass Millionen Impfdosen des Pfizer-Vakzins nicht genutzt werden können. Dem Land fehlen die speziellen Spritzen, die benötigt werden, um die Anzahl der Impfungen aus jeder Ampulle zu maximieren.

Olympische Sommerspiele sollen termingerecht starten

Hinzu kommt weiterer Druck wegen der Olympischen Sommerspiele, die wegen der Corona-Pandemie von 2020 auf dieses Jahr verschoben worden waren. Trotz der weltweiten Infektionslage will die Regierung den Megaevent in Tokio durchziehen. Die Spiele sollten am 23. Juli starten und bis zum 8. August dauern. Es mehren sich allerdings Zweifel, ob der Termin so zu halten ist.

In Japan wurden bisher etwa 415.000 COVID-19-Fälle registriert. 7.013 Menschen starben an oder mit dem Virus.

Obwohl die Fallzahlen in den vergangenen Wochen zurückgegangen sind,…