von Malte Mansholt

16.02.2021, 16:59 Uhr

In zwei großangelegten Aktionen wurden die US-Regierung und französische Behörden in bisher nicht gekanntem Ausmaß ausspioniert. Am US-Angriff sollen alleine mehr als 1000 Hacker beteiligt gewesen sein. Das Bild der Spionage hat sich längst gewandelt – und ist durch ganze Armeen von Hackern ersetzt worden.

Ein geschickt eingeschmuggelter Einzelgänger, der unter höchstem Risiko geheime Dokumente und Informationen erbeutet – unser Bild von Spionage ist nachhaltig durch Filme und Agentengeschichten wie die Bond-Reihe geprägt. Doch das Geschäft hat sich mächtig verändert. Statt eines einzelnen Spions sind längst ganze Armeen an der Beschaffung von Informationen beteiligt. Und können dabei mehr Informationen abgreifen, als es sich 007 je erträumt hatte.

„Das ist die größte und komplexeste Attacke, die die Welt je gesehen hat“, urteilt Microsofts Präsident Brad Smith in einem TV-Beitrag bei „CBS“ über den im Dezember entdeckten Angriff auf die US-Regierung. Der Konzern unterstützt mit 500 Software-Experten die Aufklärungsarbeit der Regierung. Und ist vom Ausmaß des Hacks überrascht. Mehr als 18.000 Netzwerke in Regierungen und Firmen waren auf einen Schlag infiltriert worden, darunter das Justizministerium, das Finanzministerium und der für Nuklearsicherheit verantwortliche Teil des Energieministeriums. Doch hinter dem Angriff steckte nicht eine kleine…