Dabobert Duck und der YouTube-Star Simon Desue haben etwas gemeinsam: Sie nehmen gern ein Bad in der Menge. Dagobert in einem Haufen Geld, Desue in einem Haufen Haribo: Stöhnend vor Glück, suhlt sich der junge Influencer in einem seiner Werbevideos in grünen und blauen Tüten voller bunter Zuckerstangen.

Das Problem dabei: Der 29-jährige Desue gehört mit 4,3 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten zu den reichweitenstärksten YouTubern in Deutschland. Seine Follower sind vor allem Kinder und Jugendliche. Und der Social-Media-Star macht auf TikTok, Instagram oder YouTube ganz explizit Werbung für das Fast Food von McDonald’s und die Süßigkeiten von Haribo.

»Mithilfe von Influencern senden die Unternehmen ihre Werbebotschaften an den Eltern vorbei direkt ins Kinderzimmer und auf die Handys junger Menschen«, sagt Luise Molling von Foodwatch. Firmen wie McDonald’s, Coca-Cola oder Mondelez, aber auch deutsche Familienunternehmen wie Haribo oder Coppenrath&Wiese machten »mit übergriffigen Marketingmethoden Geschäfte auf Kosten der Kindergesundheit«.

Foodwatch: Influencer-Werbung fördert Fettleibigkeit

Im neuen Report „Junkfluencer“ hat die Verbraucherorganisation über mehrere Wochen Tausende Posts und Videos der zwanzig reichweitenstärksten Influencerinnen und Influencer ausgewertet. Über TikTok-Stars und Instagram-Sternchen vermarkte die Lebensmittelindustrie »zuckrige Getränke, fettige Snacks und Süßwaren« gezielt an Millionen Kinder. Und das fördere Fehlernährung und Fettleibigkeit bei Minderjährigen.

Besonders bei jungen Mädchen beliebt ist das Duo der beiden jungen Österreicherinnen Viktoria und Sarina. In einer rosa Glitzerwelt präsentieren sie mit Girlie-Stimmchen wahllos Süßes von Ferrero, Coppenrath&Wiese – oder ihren eigenen rosa Keksteig zum Löffeln. Und erreichen damit über Instagram, TikTok und YouTube jeweils weit über eine Million Fans. »Man hat den Eindruck, dass sich die beiden nur von Süßigkeiten ernähren, wenn man durch ihre…