Die Fernfahrer stehen im nächtlichen Schneetreiben: hinter Flatterband, dicht gedrängt neben- und hintereinander. Manche tragen Atemmasken, andere nicht. Um die hundert Meter lang dürfte die Menschenschlange auf der tschechischen Autobahnraststätte Rozvadov schon sein.

»Wir stehen hier draußen wie die Hunde: bei zehn Grad minus«, sagt der Mann, der das Video dreht, auf Spanisch. »Ich warte seit anderthalb Stunden in der Menge. Mir fehlen noch etwa vier, fünf Stunden.«

Es ist die Nacht von Montag auf Dienstag, vor einem hastig errichteten Testzentrum warten die Trucker in Rozvadov auf ihren Corona-Test. Damit sie endlich hineindürfen nach Deutschland. Sofern sie nicht stecken bleiben im Stau vor der Grenze.

Sonstige / nicht nicht zuzuordnen

In den vergangenen Pandemie-Monaten hatten die Trucks freie Fahrt innerhalb des vereinten Europa. Sie konnten die Grenzen in der Regel problemlos passieren. Nachdem einige Staaten sich in der ersten Welle kurzzeitig abgeschottet hatten, hatte sich die EU für den reibungslosen Güterverkehr eingesetzt, um die Versorgung zu sichern und zu verhindern, dass Lieferketten reißen.

Nun aber hat die Bundesregierung ihre Grenzkontrollen für die Einreise aus Tschechien und Tirol drastisch verschärft im Kampf gegen das Virus und die neuesten Mutanten. Seit Sonntag müssen alle Fernfahrer einen negativen Corona-Test sowie eine Einreiseanmeldung vorweisen – und sich dann, theoretisch, in Deutschland in Quarantäne begeben.

Die Anordnung vom Freitag hat viele Lkw-Fahrer kalt erwischt. Sie waren längst unterwegs – und müssen nun kurzfristig einen Test auftreiben.

Es herrscht Chaos: nicht nur an den Grenzen zu Deutschland, sondern weit davor. Denn nun beschränken auch Österreich und Tschechien den Transitverkehr, um die Rückstaus nicht ausufern zu lassen. Zum Teil verlangen sie ihrerseits aktuelle Corona-Tests. Und so zeigen auch Fotos aus dem italienischen Sterzing an der Brenner-Autobahn Hunderte Trucker dicht gedrängt vor…