Ford wird in Köln ein Elektroauto für den europäischen Markt bauen und investiert dafür eine Milliarde Dollar in den Umbau seines dortigen Werks. Damit erhält Köln als erster Ford-Standort in Europa den Zuschlag für ein rein batteriebetriebenes Auto. Der Wagen soll ab 2023 vom Band rollen, kündigte Ford an.

Das Modell wird demnach auf Basis der von Volkswagen entwickelten Architektur für kompakte E-Autos wie den ID.3 gebaut. Der US-Autobauer will seine Pkw-Flotte in Europa bis 2026 auf Elektroautos oder Plug-in-Hybride umstellen. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll das Fahrzeugangebot dann komplett elektrisch sein. Die Nutzfahrzeugflotte soll bis 2024 mit klimaschonenden Antrieben ausgestattet sein.

Ford hat seine Elektro-Offensive unlängst trotz hoher Verluste beschleunigt und will bis 2025 rund 22 Milliarden Dollar in die Entwicklung neuer Batterieautos und Hybrid-Fahrzeuge stecken. Nach der erfolgreichen Restrukturierung des Europageschäfts starte Ford nun in eine vollelektrische Zukunft, sagte Europachef Stuart Rowley.

Vor eineinhalb Jahren hatten VW und Ford eine milliardenschwere Allianz für E-Autos und autonomes Fahren vereinbart. Der Pakt sieht vor, dass der US-Konzern den von Volkswagen entwickelten Elektrobaukasten für kompakte Autos (MEB) nutzt. Binnen sechs Jahren sollen mehr als 600.000 Einheiten vom Band rollen. Dadurch erwartet Volkswagen einen zusätzlichen Umsatz von 10 bis 20 Milliarden Dollar.

Darüber hinaus liefen damals bereits Gespräche über einen neuen Liefervertrag für ein zweites Fahrzeug. Dann könnte sich die Lieferung an MEB-Plattformen von Volkswagen an Ford fast verdoppeln.

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