Der Angriff auf das staatliche Science College in der Stadt Kagara ereignete sich in der Nacht zum Mittwoch. Wie ein Sprecher des Bundesstaates Niger mitteilte, wurden 42 Personen gekidnappt. Darunter waren 27 Schüler, mehrere Lehrer und deren Anverwandte. Ein Schüler wurde getötet. Zum Zeitpunkt des Überfalls auf das Internat befanden sich rund 650 Schüler in dem Gebäude. Zunächst war von Hunderten Verschleppten die Rede gewesen.

Die bewaffneten Angreifer sollen Militäruniformen getragen haben und Mitglieder einer kriminellen Bande sein. Die Entführten wurden von ihnen offenbar in einen nahe gelegenen Wald gebracht. Allerdings gab es bislang keine Lösegeldforderungen. Präsident Muhammadu Buhari soll einem Regierungssprecher zufolge bereits Sicherheitsexperten in die Region entsandt haben, um eine Freilassung der Entführten zu erreichen.

Kidnapping als Geldquelle

Bereits im Dezember waren in Nigeria über 300 Schulkinder entführt worden. Zu der Tat in Kankara hatte sich die extremistische Islamistengruppe Boko Haram bekannt, die normalerweise im Nordosten des Landes aktiv ist. Die neuerliche Entführung jedoch fand im nördlichen Zentrum des Landes statt. In dieser Region treiben zunehmend kriminelle Banden ihr Unwesen, die Lösegeld erpressen, plündern und vergewaltigen.

Die Gruppen, die aus finanziellen Motiven handeln, haben normalerweise keine ideologische Ausrichtung. Sicherheitsbeamte befürchten allerdings, dass sie von Dschihadisten aus dem Nordosten infiltriert werden könnten.

djo/uh/kle (afpe, dpa, kna, bbc.com)