Der Angriff auf das staatliche Science College in der Stadt Kagara soll sich nach inoffiziellen Angaben bereits am Dienstagabend ereignet haben. Mehrere hundert Schuljungen sowie zahlreiche Lehrer seien seitdem in der Gewalt der Entführer, heißt es. Genaue Zahlen wurden von den Sicherheitsbehörden noch nicht genannt. An der Schule im Bundesstaat Niger werden rund 1000 Jungen unterrichtet. Einer von ihnen soll bei dem Überfall erschossen worden sein, rund 30 gelang die Flucht.

Ersten Informationen zufolge sollen die bewaffneten Angreifer Militäruniformen getragen haben und Mitglieder einer kriminellen Bande sein. Die Entführten wurden von ihnen offenbar in einen nahe gelegenen Wald gebracht. Allerdings gab es bislang keine Lösegeldforderungen. Präsident Muhammadu Buhari soll einem Regierungssprecher zufolge bereits Sicherheitsexperten in die Region entsandt haben, um eine Freilassung der Entführten zu erreichen.

Kidnapping als Geldquelle

Bereits im Dezember waren in Nigeria über 300 Schulkinder entführt worden. Zu der Tat in Kankara hatte sich die extremistische Islamistengruppe Boko Haram bekannt, die normalerweise im Nordosten des Landes aktiv ist. Die neuerliche Entführung jedoch fand im nördlichen Zentrum des Landes statt. In dieser Region treiben zunehmend kriminelle Banden ihr Unwesen, die Lösegeld erpressen, plündern und vergewaltigen.

Die Gruppen, die aus finanziellen Motiven handeln, haben normalerweise keine ideologische Ausrichtung. Sicherheitsbeamte befürchten allerdings, dass sie von Dschihadisten aus dem Nordosten infiltriert werden könnten.

djo/kle (afpe, dpa, kna, bbc.com)