Der Flügelkampf schwelt seit der Wahlschlappe im November 2020. Doch jetzt ist ein offener Machtdisput in den Reihen der US-Republikaner ausgebrochen: Der frühere Präsident Donald Trump attackierte am Dienstag den Anführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, und legte dessen Absetzung nahe.

»Wenn die Republikanischen Senatoren zu ihm halten, werden sie nie wieder gewinnen«, erklärte Trump. Zudem bezeichnete er den Politiker als »mürrischen, verdrießlichen politischen Stümper, der nie lächelt«.

Trump und McConnell gelten als mächtigste Personen in der konservativen Partei. In vier Jahren der Trump-Regierung hatte McConnell als Mehrheitsführer im Senat zahlreiche Projekte durchgedrückt. Als Folge der Wahlniederlage allerdings zerbrach das Zweckbündnis.

Nach dem Freispruch für Trump im zweiten Impeachment-Verfahren hatte McConnell diesen öffentlich massiv kritisiert – auch wenn er vorher an dessen Entlastung entscheidend beteiligt gewesen war. Unter anderem sprach er vom »gewissenlosen Verhalten« des Ex-Präsidenten im Zusammenhang mit dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar.

Nun geht es innerparteilich um die weitere Ausrichtung. McConnell steht dabei für den vergleichsweise gemäßigten Flügel. Große Teile der Partei allerdings tendieren eher zum populistischen Kurs und halten daher weiter Trump die Treue.

Icon: Der Spiegel