Die Politik sieht in Vermietungsplattformen wie Airbnb seit Längerem einen Treiber der Wohnungsnot in Städten. Nun zeigt eine Studie des Deutschen Wirtschaftsforschungsinstituts (DIW), dass die auf der Vermietungsplattform angebotenen Wohnungen tatsächlich einen signifikanten Einfluss auf das Mietniveau in Berlin haben. Durch eine zusätzliche Airbnb-Unterkunft in Berlin steigen laut der Studie im direkten Umfeld die Angebotsmieten um durchschnittlich 13 Cent je Quadratmeter.

Dies sei vor allem auf dauerhafte Airbnb-Angebote zurückzuführen, die dem Wohnungsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen. Das treibe die Preise. Mit jedem neuen Inserat wird demnach eine 100-Quadratmeter-große Wohnung in Berlin pro Jahr um 156 Euro teurer.

Der Effekt fällt etwas geringer aus, wenn man in die Berechnung alle Airbnb-Unterkünfte – also nicht nur dauerhaft vermietete Wohnungen – einberechnet: Dann steigt die Miete im direkten Umfeld um durchschnittlich zehn Cent je Quadratmeter.

Je nach Bezirk fallen die Mietsteigerungen sehr unterschiedlich aus: In Marzahn-Hellersdorf ist der Effekt mit 46 Cent pro Quadratmeter am größten, in Mitte ist er mit acht Cent pro Quadratmeter am niedrigsten.

Dabei zeigt sich überraschenderweise, dass der Effekt in Stadtteilen tendenziell größer ist, in denen es weniger Airbnb-Angebote gibt. Die Autoren der Studie führen dies darauf zurück, dass etwa bei einer hohen Airbnb-Dichte durch etwa nächtlichen Lärm die negativen Effekte auf die Anwohner so sehr ansteigen, dass regulärer Wohnraum weniger nachgefragt wird. Auch könnten frei werdende Wohnungen dort auf eine höhere Nachfrage treffen als in Gegenden mit einem niedrigen Ausgangsbestand.

Berliner Politik zeigt Wirkung

Außerdem haben die Forscher untersucht, wie die Berliner Anti-Airbnb-Politik wirkt. 2014 nahm der Senat den Kampf gegen Vermietungsplattformen auf, reaktivierte das sogenannte Zweckentfremdungsverbot, das die Vermietung einer Wohnung für Ferienzwecke genehmigungspflichtig macht…