Der erste Bundesliga-Einsatz von Ryan Sessegnon verlief nicht gerade nach Plan. Bei der 1:3-Heimniederlage gegen Union Berlin im November kassierte Hoffenheim zwei späte Gegentore. Kein guter Start für den Engländer. Doch es sollte noch schlimmer kommen für die Leihgabe von Tottenham Hotspur. Kaum war er zurück im Mannschaftsbus, wurde er auf seinem Smartphone mit einer regelrechten Flut von rassistischen Beschimpfungen auf seinem Instagram-Account konfrontiert.

Stellung beziehen

„Ich konnte nicht glauben, was ich da las“, erzählt er der DW. „Ich habe dem nicht viel Bedeutung beigemessen. Mir war aber klar, dass ich es veröffentlichen muss. Ich musste es teilen, um der Welt zu zeigen, was im Moment immer noch vor sich geht. Das ist unglaublich. Das ist doch nicht richtig. Ich musste Stellung beziehen und es öffentlich machen. Nur so können wir das Bewusstsein ändern“, erklärt der Londoner, der nach einer Verletzungspause gerade zum Team zurückgekehrt ist. 

Nur vier Wochen nach seiner Ankunft im Südwesten Deutschlands war Sessegnon also das jüngste Opfer von rassistischen Beschimpfungen geworden, die so eine schwere Belastung für die Fußballwelt sind. Glücklicherweise konnte sich der Linksverteidiger auf die Unterstützung sowohl von Hoffenheim als auch von Tottenham verlassen.

„Hoffenheim hat mir sehr geholfen“, berichtet der Engländer. „Sie haben das gleich über die Medienplattformen des Vereins publik gemacht, um die Leute zu sensibilisieren.“ Sessegnon berichtet auch über Partien danach, in denen sich sogar gegnerische Spieler nach Hoffenheim-Toren für ihn gefreut hätten. „Was ich toll fand, eine nette Geste. Das hätten sie nicht tun müssen.“

Auch von Tottenham Hotspur, seinem eigentlichen Verein, sei Unterstützung gekommen. „Viele Leute daheim haben mich für Interviews angefragt, wollten wissen, ob ich darüber sprechen möchte und wie ich mich fühle. Das fand ich auch sehr nett.“

„Warum nur?“

Wie kann man dem Hass auf Social Media…