In ganz Belarus laufen seit dem Morgen des 16. Februar Durchsuchungen bei Medienvertretern und Menschenrechtsaktivisten sowie bei führenden Vertretern des Belarussischen Journalistenverbandes. Unter anderem sind Polizeibeamte bei dessen Vorsitzenden Andrej Bastunez und seinem Stellvertreter Oleg Agejew erschienen.

„Andrej Bastunez wurde von Mitarbeitern der Abteilung des Innenministeriums in der Stadt Minsk – so hatten sie sich vorgestellt – abgeführt“, heißt es auf dem Telegram-Kanal des Verbandes. Dessen Angaben zufolge habe es bereits bei 25 Journalisten und Menschenrechtsaktivisten Durchsuchungen gegeben.

Bastunez privates Haus wurde nicht durchsucht, wohl aber das Büro des Journalistenverbandes. Bastunez‘ Frau zufolge hätten sich die Beamten korrekt verhalten. Die Frage nach dem Grund der Maßnahme sei aber unbeantwortet geblieben. Vom Verband selbst ist zu hören, dass am Morgen Unbekannte begonnen hätten, die Tür zum Büro des stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Boris Gorezkij aufzubrechen.

Auch Menschenrechtsaktivisten im Visier

Auch im Haus der freiberuflichen Journalistin Larisa Schtschirjakowa in Gomel seien Polizeibeamte erschienen, berichtet das in Belarus nicht zugelassene Menschenrechtszentrum „Viasna“. Durchsuchungen laufen auch beim Journalisten Anatolij Gotowtschiza in Gomel.

Polizisten in Minsk führen einen festgenommenen Journalisten ab

Darüber hinaus finden Durchsuchungen bei verschiedenen Mitarbeitern von „Viasna“ im ganzen Land statt, so unter anderem auch beim Koordinator der Kampagne „Menschenrechtler gegen die Todesstrafe in Belarus“, Andrej Polud.

In der Stadt Mogiljow nahm die Polizei auch das Haus des freiberuflichen Journalisten und DW-Korrespondenten Alexander Burakow ins Visier.

Behörden wollen angeblich Finanzierungsquellen klären

An den Durchsuchungen sind auch Mitarbeiter der Abteilung zur Bekämpfung organisierter Kriminalität beteiligt. Die belarussische Ermittlungsbehörde teilte mit, mit den Maßnahmen solle geklärt…