Wie unter anderem die Nachrichtenagentur AP berichtet, wird Suu Kyi beschuldigt, gegen einen Artikel eines Gesetzes zum Schutz vor Naturkatastrophen verstoßen zu haben. Laut AP wurden unter Bezugnahme auf den Artikel bereits Menschen verurteilt, die gegen die in Myanmar geltenden Corona-Schutzmaßnahmen verstoßen haben sollen.

Demnach beträgt die Höchststrafe für Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen drei Jahre Haft. Eine jüngst durch die Militärjunta eingeführte Gesetzesänderung könnte es jedoch möglich machen, dass Angeklagte auf unbestimmte Zeit festgehalten werden, ohne dass es zum Prozess kommt. Laut AP wird für die Festsetzung von Personen seitdem keine richterliche Erlaubnis mehr benötigt.

Suu Kyi telefoniert mit Richter – Verteidiger darf nicht dabei sein

Nach Angaben ihres Verteidigers führte Suu Kyi am Dienstag ein Videotelefonat mit dem zuständigen Richter. Eine nächste Anhörung sei für den 1. März angesetzt worden. Der Verteidiger durfte bei dem Gespräch nach eigener Aussage nicht dabei sein.

Suu Kyi befindet sich seit dem Putsch offenbar in der Stadt Nayipyitaw im Hausarrest – sie wurde seit nunmehr zwei Wochen nicht mehr gesehen. Grundlage ist ein Vorwurf des Militärs, Suu Kyi habe gegen die Einfuhrgesetze verstoßen, indem sie Funkgeräte illegal nach Myanmar gebracht haben soll. In der Vergangenheit hatte die 75-Jährige bereits insgesamt 15 Jahre lang unter Hausarrest gestanden.

Hunderte Festnahmen und zunehmende Gewalt gegen Demonstranten

Eine für diesen Montag geplante gerichtliche Anhörung Suu Kyis wurde auf Mittwoch verschoben, berichtet das Nachrichtenportal »Frontier Myanmar«. Die Anhörung soll offenbar per Videoschalte erfolgen. Der ebenfalls festgenommene Staatspräsident Win Myint wird beschuldigt, gegen Corona-Auflagen verstoßen zu haben.

In Myanmar wurden nach Angaben von Menschenrechtlern seit dem Putsch mindestens 426 Menschen festgenommen. Von diesen seien 391 weiterhin hinter Gittern, heißt es in einer Erklärung der…