Trotz der angespannten Sicherheitslage in der Sahelzone schließt Deutschland die Entsendung weiterer Soldaten in die Region vorerst aus. Außenminister Heiko Maas verwies auf die bis zu 1550 Bundeswehrangehörigen, die im Rahmen von Missionen der EU und der Vereinten Nationen im westafrikanischen Mali Dienst tun.

Zusagen internationaler Partner abwarten: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Die Beteiligung an der EU-Ausbildungsmission EUTM Mali und der UN-Blauhelmmission MINUSMA sei bereits eine „erhebliche Kraftanstrengung“, sagte Maas nach einem zweitägigen internationalen Videogipfel zur Sahelzone.

Die Staaten südlich der Sahara entwickelten sich zu einem „Hotspot für den internationalen Terrorismus“, erklärte der SPD-Politiker. Er sehe aber „keinerlei Hinweise auf konkrete Gefährdungslagen, die sich daraus in Europa oder in Deutschland ergeben“.

„Dschihadistische Gruppen enthaupten“

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte nach der Konferenz an, sein Land werde die militärische Präsenz in der nordafrikanischen Region vorerst nicht aufstocken. Zunächst wolle man Zusagen internationaler Partner abwarten. Der Militäreinsatz gegen den islamistischen Terror gehe unverändert weiter, sagte Macron. Sein Land wolle alles tun, um dschihadistische Gruppen zu „enthaupten“.

5100 französische Soldaten sind für die Kampfmission „Barkhane“ abgestellt

Frankreich verlor bisher 57 eigene Soldaten; die Kosten gehen in die Milliarden. Die frühere Kolonialmacht pocht schon länger auf eine gerechte Lastenteilung im Kampf gegen den Dschihadismus. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung in Paris die Zahl der Militärangehörigen in der Kampfmission „Barkhane“ um 600 auf 5100 erhöht.

Der seit 2013 laufende Einsatz wird von der europäischen Eingreiftruppe „Takuba“ unterstützt – mit einigen Hundert Soldaten, die außer Frankreich auch Schweden, Tschechien und Estland stellen – sowie durch Truppen der G5-Sahelstaaten Mali, Tschad, Niger, Mauretanien und…