Die Grünen haben eine ungewöhnlich hohe finanzielle Zuwendung bekommen: Nach Angaben des Bundestags spendete der Pharma-Erbe Antonis Schwarz bereits am Montag 500.000 Euro an die Partei.

Bei der Zuwendung von Schwarz handelt es sich um die größte Einzelspende an die Grünen in ihrer Parteigeschichte. Das teilte die Partei auf SPIEGEL-Anfrage mit.

Auch in den vom Bundestag veröffentlichten Listen der Großspenden findet sich seit 2002 kein höherer Einzelbetrag, der an die Grünen ging. In dem Jahr wurden die verpflichtenden Ad-hoc-Mitteilungen über Parteigroßspenden eingeführt. Zuwendungen, die im Einzelfall die Höhe von 50.000 Euro übersteigen, müssen dem Bundestagspräsidenten unverzüglich angezeigt und dann veröffentlicht werden.

Bei Schwarz handelt es sich um einen reichen Erben des rheinischen Pharma-Unternehmens Schwarz Pharma. Er ist als Gründer der »Guerilla Foundation« geführt. Die Stiftung will nach eigenen Angaben durch die Unterstützung von »Aktivisten und sozialen Graswurzelbewegungen« einen »größeren Systemwandel in Europa« bewirken. Bereits 2019 hatte Schwarz 65.000 Euro an die Grünen gespendet.

Schwarz unterstützte bereits politische Aktivisten

Schwarz hat laut einem Bericht der »Wirtschaftswoche« bereits in der Vergangenheit politische Aktivisten finanziell bedacht, darunter etwa das »Zentrum für politische Schönheit«. Mit seinem Vermögen unterstützte er demnach neben politischen Akteuren auch nachhaltige Investitionsprojekte. So soll er unter anderem an einem Projekt beteiligt sein, das Solaranlagen in Entwicklungsländern finanziert.

Der Zeitschrift zufolge wuchs Schwarz in München auf und studierte im Ausland. Für den Verkauf der ehemals im MDax notierten Schwarz Pharma AG an den belgischen Konkurrenten UCB im Jahr 2006 sollen demnach rund 1,4 Milliarden Euro an die Gründerfamilie Schwarz geflossen sein.

Icon: Der Spiegel