Der ehemalige »Handelsblatt«-Chefredakteur Sven Afhüppe soll künftig für die Deutsche Bank weltweit Lobbyarbeit betreiben. Afhüppe übernimmt zum 1. März den neu geschaffenen Posten des Leiters für politische Angelegenheiten (Global Head of Political Affairs), wie die Bank mitteilte. »Mit seiner Erfahrung und einem Netzwerk ist er prädestiniert dafür, unsere Brücken nach Berlin, Brüssel und Washington weiter auszubauen«, sagte Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing.

Der bisher auch für die politische Lobbyarbeit zuständige Christian Berendes soll sich künftig auf Regulierungsthemen konzentrieren. Zudem wird Berendes zum 1. März Leiter des operativen Geschäfts im Verantwortungsbereich von Stefan Simon, Vorstand für Recht, Unternehmensführung und Regulierung.

Inhaltliche Differenzen

Das Verhältnis der Deutschen Bank zur Bundesregierung galt seit der Finanzkrise und den zahlreichen Skandalen als belastet. Kürzlich war aber Bundeskanzlerin Angela Merkel per Video beim Neujahrsempfang der Bank aufgetreten und hatte ihr zum 151-jährigen Bestehen »eine gute Zukunft« gewünscht.

Afhüppe, der das »Handelsblatt« seit 2016 allein geführt hatte, war im Dezember abrupt ausgeschieden. Die Rede war von »unterschiedlichen Auffassungen zur weiteren strategischen Entwicklung des Handelsblatts«. Bis 2011 hatte er sich als Korrespondent von »Wirtschaftswoche«, SPIEGEL und »Handelsblatt« in Berlin unter anderem mit Finanz- und Wirtschaftspolitik beschäftigt. Auch für die Deutsche Bank soll er von Berlin aus arbeiten und direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichten.

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