Emmanuel Macron verschärft den Ton im Kampf gegen Terrorgruppen in Westafrika. Sein Land wolle alles tun, um dschihadistische Gruppen zu »enthaupten«, die dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestehen, sagte der französische Präsident bei einem Videogipfel mit den sogenannten G5-Sahelstaaten Tschad, Mauretanien, Burkina Faso, Mali und Niger.

Macron rief die Länder dazu auf, ihren Kampf gegen Terroristen auszuweiten und die staatliche Kontrolle über Gebiete wiederherzustellen, in denen Milizen operieren. Zuvor hatte der Tschad die Entsendung von 1200 zusätzlichen Kräften angekündigt.

Frankreich hat derzeit 5100 Soldaten im Sahel stationiert. Langfristig will das Land seine Präsenz zurückfahren, doch aktuell ist es dafür nach Ansicht Macrons noch zu früh. Ein massiver französischer Truppenabzug wäre im Augenblick »ein Fehler«, sagte der Präsident.

Maas schließt zusätzliches Engagement aus

Frankreich schwebt eine Aufstockung der europäischen Eingreiftruppe Takuba vor. An der Truppe sind bisher einige Hundert Soldaten aus Frankreich, Schweden, Tschechien und Estland beteiligt.

»Unser Ziel ist es, Takuba auf 2000 Mann aufzustocken, rund um einen französischen Pfeiler von dauerhaft 500 Mann«, sagte Macron. In Deutschland stößt diese Idee allerdings auf wenig Zustimmung. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) schloss die Entsendung zusätzlicher Bundeswehrsoldaten aus.

Maas verwies auf eine Ausbildungsmission und auf einen Uno-Blauhelmeinsatz zur Stabilisierung Malis, an denen die Bundeswehr beteiligt ist. »Das ist eine erhebliche Kraftanstrengung, das ist ein gefährlicher Einsatz«. Dieses Engagement wolle man auch weiterentwickeln. »Aber wir beabsichtigen im Moment nicht, uns an anderen Missionen zusätzlich zu beteiligen.«

Die politische Situation in der Sahelzone ist seit 2012 von zunehmender Instabilität geprägt. Die oftmals dschihadistisch motivierte Gewalt in Mali hat in den vergangenen Jahren auch die Nachbarländer Tschad, Mauretanien, Burkina Faso und…