Der Wohnraum in den Großstädten wird immer knapper, die Mieten steigen. Zugleich gibt es viele Orte, die veröden und von Wegzug betroffen sind. Sollten in der Stadt weiter Einfamilienhäuser gebaut werden? Im SPIEGEL-Interview hat Grünenfraktionschef Anton Hofreiter daran Zweifel geäußert, wofür er vor allem aus der CDU scharf kritisiert wird.

Doch unter CDU-Kommunalpolitikern gibt es durchaus Unterstützung für die Position Hofreiters – etwa aus Leipzig, der am schnellsten wachsenden Stadt in Deutschland. »Ich habe Verständnis für Hofreiters Sicht auf die zunehmende Zersiedlung. Das ist nicht nur problematisch für Umwelt und Klima, sondern auch für die älter werdende Gesellschaft«, sagte die Leipziger CDU-Stadträtin und Bundestagskandidatin Jessica Heller dem SPIEGEL. Wenn der Weg zum Arzt oder nächsten Supermarkt immer länger werde, werde das für viele Menschen zum Problem. »Bei seiner Problemanalyse hat Herr Hofreiter durchaus einen Punkt.«

Heller sagte weiter: »Natürlich muss eine Kommune auch steuern können, wo welche Art von Wohnraum geschaffen wird. Diese Möglichkeiten gibt es auch vielfach schon.« Der Wunsch eines Eigenheims sei immer noch ein Traum für viele Menschen und werde in einer Großstadt zunehmend zum Luxusgut. »Deswegen habe ich auch Verständnis für die Sorgen, die mit einer Lenkung der Politik verbunden sind«, so Heller.

Hofreiter hatte im SPIEGEL vor den Nachteilen von Einfamilienhaussiedlungen gewarnt. »Einparteienhäuser verbrauchen viel Fläche, viele Baustoffe, viel Energie, sie sorgen für Zersiedelung und damit auch für noch mehr Verkehr«, sagte der Grünenpolitiker. In Städten gebe es »gigantische Wohnungsnot«, in anderen Regionen rausche der Wert von Häusern »in den Keller«. Deshalb sollten Kommunen durch Bebauungspläne dafür sorgen, dass der knappe Raum in Ballungsgebieten bestmöglich genutzt werde, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

»Wir im ländlichen Raum haben mit Leerstand und Wegzug zu…