Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland sinkt, doch die Lage ist trügerisch. Denn unter dem Deckmantel des positiven Trends nimmt die Zahl der Fälle zu, die auf neue Virusmutanten zurückzuführen sind. Bislang betrifft das vor allem die deutlich ansteckendere Variante aus Großbritannien. Ihre Ausbreitungskurve könnte den generellen Rückgang der Fallzahlen in einigen Monaten gänzlich zunichtemachen (mehr dazu lesen Sie hier).

»Im Prinzip müssen wir die Varianten als eigene Epidemie betrachten«, sagt Michael Hoelscher, Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin des LMU Klinikums dem SPIEGEL. Besondere Sorge bereitet ihm das mit Blick auf die Mutanten aus Südafrika und Brasilien. Im Gegensatz zur GB-Mutante könnten diese die Wirksamkeit von Impfstoffen und den Immunschutz nach einer Infektion deutlich reduzieren. Entgegensteuern ließe sich mit einer dritten oder vierten Impfdosis, die, zusätzlich zu den meist vorgesehenen zwei Dosen, einen Schutz vor neuen Virusvarianten vermittelt.