Die Schadstoffbelastung in deutschen Städten ist im vergangenen Jahr gesunken – die Coronakrise hat die Qualität der Luft dabei allerdings nur wenig beeinflusst. Wie das Umweltbundesamt (Uba) am Dienstag mitteilte, wurde 2020 der Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) voraussichtlich nur noch an rund drei bis vier Prozent der verkehrsnahen Messstationen überschritten. Im Jahr zuvor waren es noch 21 Prozent gewesen.

Es sei »erfreulich, dass sich die positive Entwicklung der letzten Jahre fortsetzt«, erklärte der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner. »Allerdings muss man auch feststellen: Den bereits 1999 beschlossenen Grenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit hätte Deutschland seit 2010 einhalten müssen. Dass neu zugelassene Dieselautos erst seit kurzer Zeit die Grenzwerte auch auf der Straße einhalten, ist der Hauptgrund für die rund zehnjährige Misere.«

Nur moderne Diesel emittieren auch unter realen Bedingungen weniger Stickstoffoxide

Hauptquelle der Stickstoffoxide in Städten, die vor allem für empfindliche oder vorgeschädigte Menschen wie Asthmatiker und Ältere gefährlich werden können, ist laut Bundesamt der Straßenverkehr. An der Spitze stehen hier Dieselautos mit einem Anteil von rund 60 Prozent. »Nur moderne Diesel-Pkw der Abgasnormen Euro 6d-TEMP und Euro 6d emittieren nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch auf der Straße deutlich weniger Stickstoffoxide«, betonte das Uba.

Während im Jahr 2019 noch 25 Städte von der Überschreitung des NO2-Grenzwertes von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel betroffen waren, seien es 2020 »deutlich weniger als zehn«, erklärte das Uba. Nach Auswertung der bereits jetzt vorliegenden Daten liegen demnach »auf jeden Fall« München und Hamburg über dem Grenzwert mit einem Jahresmittelwert von 54 und 41 Mikrogramm NO2. Allerdings wird auch in weiteren Städten wie Stuttgart mit Überschreitungen gerechnet. Die Ergebnisse von etwa 140 Messstationen werden aber erst im Mai…