Die Welthandelsorganisation WTO hat eine neue Chefin. In Genf wurde die Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala zur neuen Generaldirektorin der Organisation ernannt. Der Rat der 164 Mitgliedsländer bestellte sie einstimmig für den Spitzenposten. Sie soll ihr Amt am 1. März antreten.

Okonjo-Iweala hatte sich bereits im vergangenen Jahr gegen mehrere Mitbewerber durchgesetzt. Der Weg für die 66-jährige Okonjo-Iweala war jedoch erst nach langem Streit und nach dem Amtsantritt von US-Präsident Joe Biden frei geworden. Die USA hatten als einziges Land im Oktober ihre Ernennung blockiert, erst die neue US-Regierung hob den Widerstand auf.

»Ich freue mich darauf, mit den Mitgliedsländern Maßnahmen umzusetzen, um die globale Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen«, sagte Okonjo-Iweala nach der Ernennung. »Unsere Organisation sieht sich vielen Herausforderungen ausgesetzt, aber wenn wir zusammenarbeiten, können wir die WTO gemeinsam stärker und agiler machen und sie besser an die aktuellen Realitäten anpassen.«

Bisherige Chefin der internationalen Impfallianz

Die USA hatten die Südkoreanerin Yoo Myung Hee für den Posten favorisiert. Nachdem sie ihre Bewerbung zurückzog, war die von der EU bevorzugte Okonjo-Iweala die einzig verbliebene Kandidatin. Der bisherige WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo hatte sein Amt im vergangenen August nach sieben Jahren an der Spitze der Organisation aus familiären Gründen vorzeitig abgegeben.

Okonjo-Iweala ist die erste Frau und die erste Afrikanerin auf dem Posten. Sie war insgesamt 25 Jahre bei der Weltbank sowie zwei Mal Finanzministerin in ihrem Heimatland und kurz Außenministerin. Sie gilt als durchsetzungsfähig und als gute Vermittlerin, die Kompromisse auf den Weg bringen kann. Sie hat in den USA an den Elite-Universitäten Harvard und MIT Wirtschaftswissenschaften und Entwicklungsökonomie studiert und dort promoviert.

Auch in ihrem Heimatland Nigeria ist Okonjo-Iweala sehr angesehen. Sie gilt als eines der erfolgreichsten…